Wolfgang Rihm: Streichquartette Nr. 1, 4, 8 und 5

Doelenkwartet

Erschienen: 2006

Katalog-Nummer: Cybele SACD 261101

Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound USB-Stick
6CH

Kurzbeschreibung

Das Streichquartett nimmt in Rihms Schaffen eine exponierte Stellung ein. Die Werke zeigen eine stark gestisch geprägte, energetische Musiksprache, die vom Doelenkwartet „mit Verve, Brillanz und äußerstem Engagement umgesetzt wird“ (Fonoforum).

Beschreibung

Das Streichquartett nimmt innerhalb des äußerst umfangreichen Oeuvres von Wolfgang Rihm eine exponierte Stellung ein. Schon in der kompositorischen Frühphase, im Alter von 14, 15, 16 schrieb der 1952 in Karlsruhe geborene Rihm seine ersten Quartette, ohne dass er diese allerdings als Partitur veröffentlichte.
1970 publizierte er dann sein 1. Streichquartett mit der Opuszahl 2. Ein Stück, das der Klangsprache der Zweiten Wiener Schule nahe steht, sich an deren Zwölftönigkeit orientiert, das vorzugsweise Septimen, Nonen und Tritoni in teils recht ausgedünnten Lineaturen präsentiert, und das dann jäh in sich zusammensackt – „wie plötzlich zerstört: verlöschen“ steht über Takt 109 in der Partitur, an den sich die letzten fünf Takte des Quartetts anschließen, bestehend aus „gespannten!“ Fermatenpausen, matt-zögerndem Nachhall auf Vorheriges, dem sich kurz aufbäumenden Finalakkord.
Nach dem 2. Streichquartett, ebenfalls 1970 komponiert und schon mit der Opusnummer 10 versehen, und dem 3. Streichquartett „Im Innersten“, 1976 entstanden, komponierte Rihm im Winter 1980/81 sein 4. Streichquartett mit den drei Sätzen: I. „ agitato, allegro alla marcia, allegro ma non troppo, II. „con moto, allegro andante, allegro molto“, III. „adagio“. „Es ist“, notierte Rihm, „Nachzügler und Vorbote zugleich.“ (2) Einerseits kondensiert es die in den ersten drei Quartetten thematisierte Auseinandersetzung mit der Tradition und erinnert selbst zugleich an diese – etwa an späte Quartette Beethovens, an Mahler, an Schostakowitsch, an Janáceks 2. Streichquartett Intime Briefe (1928) –; andererseits nimmt es Aspekte der darauffolgenden Quartette vorweg. So greift der Initialtakt des 8. Streichquartetts (1987/88), gefolgt von einer Generalpause, die leisen ausfedernden Finalrepetitionen der Bratsche und des Cellos vom 4. Streichquartett auf. Auch Rihms Quartette V bis VII nähren sich aus dem Vierten, wenngleich deren Musik weitaus risshafter, gestischer ist als in den zuvor entstandenen Verwandten. Dennoch ist das 4. Streichquartett nicht bloß ein Werk des Übergangs, eine Durchgangsstation oder Scharnierkomposition, sondern ein in sich schlüssiges und darüber hinaus geradezu aufwühlendes Stück mit so manchen künftig erst noch (vielleicht?) zu lösenden Rätseln.

Details

Doelenkwartet:
Frank de Groot (1. Violine) - Laurens van Vliet (2. Violine) - Karin Dolman (Viola) - Hans Woudenberg (Violoncello)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (24 Seiten Umfang mit Digipak)

Biografien

Wolfgang Rihm
Das Oeuvre Wolfgang Rihms ist immens und enorm vielfältig. Der Musikbegriff des 1952 in Karlsruhe geborenen und dort lebenden Komponisten, der bei Eugen Werner Velte, Wolfgang Fortner, Humphrey Searle, Karlheinz Stockhausen und Klaus Huber studiert hat, schließt nichts aus. Einschränkend dazu bekannte er allerdings in einem Gespräch: "Es ist für mich nur nicht alles in gleicher Weise erstrebenswert und machbar, weil mir zu vielem auch die Voraussetzungen fehlen, aber aufsuchbar und interessant ist es für mich allemal." So fehlen in seinem Werkverzeichnis - bisher jedenfalls - ausgesprochen experimentelle, offene Partituren ebenso wie Aktionskompositionen und Klanginstallationen, die er einmal spontan und polemisch als "Gartenzwerge der Musik" bezeichnet hat. "Ich bin ja vom ganzen Werdegang her sicher aus der Fortsetzung des klassisch-modernen Diskurses zu verstehen, so empfinde ich mich auch. Auch in der Gegenposition zu mehr spielerischen Formen der Zeitgenossenschaft." Eine Gegenposition zum gängigen Konzertalltag praktiziert der seit 1985 an der Karlsruher Musikhochschule Komposition lehrende Rihm auch, wenn es um den verbalen Werkkommentar aus Komponistenhand geht. Seit Jahren verweigert er beharrlich die erklärenden Selbststatements oder artikuliert, wenn er doch welche schreibt, "unformulierte Ablehnungen". "Es wird zu viel geredet über Dinge, die dadurch der Anschauung, im Falle der Musik der hörenden Erfahrung entzogen werden. Man flieht vor der Begegnung mit der Sache selbst in periphere Diskursformen, in Randgebiete. Vielleicht hat man Angst, ungeschützt der Sache selber ausgesetzt zu sein - ohne Wortwaffen." Ein Gegner von Programmheften ist Rihm indes ganz und gar nicht: "Das sind Orte, wo Begegnungsmöglichkeiten zumindest angedacht werden von Leuten, die auf die Sache zugehen. Ich finde intelligente Programmheftkommentare von Musikwissenschaftlern oder Schriftstellern wunderbar, aber warum müssen das immer die Komponisten sein, die ihre Meinungen absondern."
(Stefan Fricke)


Das DoelenKwartet wurde Mitte der neunziger Jahre von Mitgliedern des in Rotterdam ansässigen DoelenEnsembles gebildet. Schwerpunkt dieses Quartetts ist die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, mitunter auch aus der Perspektive des 19. Jahrhunderts.
Das DoelenKwartet bezieht sein umfangreiches Repertoire aus einem großen Angebot an Quartettliteratur, bestehend aus tausenden von bekannten und unbekannteren Werken. Es ist an der Zeit, die Musik von Bartok, Hartmann, Apostel, Britten und vielen anderen Komponisten aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts neu zu erleben.
Das Quartett leistet auch Pionierarbeit, indem es Werke junger Komponisten, insbesondere der "Rotterdamer Schule", zu Gehör bringt.
Die vielen Begegnungen mit zeitgenössischen Komponisten (Dutilleux, Boesmans, de Vries, Wagemans, Kagel u.a.) sind für das DoelenKwartet Inspirationsquelle und von großer Bedeutung für die künstlerische Weiterentwicklung.
Ein besonderes Band verbindet das Quartett mit der Musik von Wolfgang Rihm, der ein großes Oevre geschaffen hat. Die Begegnung mit Rihm im September 2001 auf dem Prime-Festival in Groningen gab den wesentlichen Impuls zur Aufnahme dieser Super Audio CD.

Auszeichnungen

www.classicstoday.com - ClassicsToday.com 10/10 (31. Mai 2007):
..."The Doelenkwartet plays with dead-accurate intonation, fine ensemble balance, and real beauty of tone...Cybele's sonics in all formats are state-of-the art"...  (David Hurwitz) (-> weiterlesen)


Luister - Luister10 (Ausgabe 2/2007)

Wolfgang Rihm: Streichquartette Nr. 1, 4, 8 und 5
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
USB-Stick SACD
FLAC 24bit 96kHz Stereo
DSD 1bit 2.8224MHz Stereo
FLAC 24bit 96kHz 5.1 Surround
DSD 1bit 2.8224MHz 5.1 Surround

Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
SACD Wolfgang Rihm: Streichquartette Nr. 1, 4, 8 und 5 (Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound)
EAN/UPC-Barcode: 809548011024
19,90 €
USB-STICK Wolfgang Rihm: Streichquartette Nr. 1, 4, 8 und 5 (USB-Stick)
18,90 €

Hörproben und Track-Downloads

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
Play FLAC
1) 1. Streichquartett op. 2 (1970) - Langsam
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
9:19
3,99 €
Play FLAC
2) 4. Streichquartett (1980-81) - I. Agitato, allegro
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
5:59
1,99 €
Play FLAC
3) 4. Streichquartett (1980-81) - II. Con moto, allegro
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
6:53
2,99 €
Play FLAC
4) 4. Streichquartett (1980-81) - III. Adagio
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
6:24
2,99 €
Play FLAC
5) 8. Streichquartett (1987-88)
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
15:27
5,99 €
Play FLAC
6) 5. Streichquartett 'ohne Titel' (1983) - Schnell, rastlos
Komponist: Wolfgang Rihm (1952-)
Interpret(en): Doelenkwartet
26:57
8,99 €
Gesamtspielzeit  70:59  
Wolfgang Rihm: Streichquartette Nr. 1, 4, 8 und 5 [Cybele SACD 261101 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (293.21MB)
15,90 €

Komplettes Album herunterladen (Download) - mit PDF-Booklet (24 Seiten)

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo (293.21MB)
15,90 €

FLAC 24bit 96kHz Stereo (1,376.79MB)
17,90 €

DSD 1bit 2.8224MHz Stereo (2,869.02MB)
18,90 €

FLAC 24bit 96kHz 5.1 Surround (3,908.77MB)
20,90 €

DSD 1bit 2.8224MHz 5.1 Surround (8,607.04MB)
22,90 €