Künstlerprofile

Feedback CD3 - DEGEM CD6

Verschiedene Interpreten

Erschienen: 2003

Katalog-Nummer: Cybele CD 960303

CD USB-Stick

Kurzbeschreibung

Zeitgenössische elektroakustische Musik aus dem Feedback Studio Köln, gegründet 1970 von Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar und David Johnson.

Beschreibung

Book for three von Michael von Biel
für drei Klaviere (1961) wurde 1962 mit Michael von Biel, Harald Bojé und Egon Mayer in Darmstadt uraufgeführt. Die Komposition ist David Tudor gewidmet. Die Partitur gibt präzise Anweisungen, mit welchen Gerätschaften die Klaviere zur Klangerzeugung zu behandeln sind (Becken, Gongs, Metallfüße von amerikanischen Mikrofonständern etc.). Die Dauer des Stücks soll unter günstigen Aufführungsbedingungen etwa 15 Minuten betragen.
Die vorliegende Aufnahme wurde vom Komponisten im Playbackverfahren 1963 bei Radio Kopenhagen eingespielt.

Beckenstück - trajectories von Rolf Gehlhaar
wurde 1970 von Christoph Caskel in Darmstadt uraufgeführt. Der Klang der 6 Becken wird mit drei Mikrofonen (Sennheiser MD 421) über ein kleines Uher-Mischpult verstärkt und im Raum bewegt. Die Aufnahme entstand am 28.2.1971 im Feedback Studio mit Rolf Gehlhaar (Becken) und Johannes Fritsch (Regler). Die extrem nah an den Becken sich befindenden Mikrofone erschließen eine sonst unhörbare Klangwelt. Die Partitur besteht aus mehreren Strukturen, die der Interpret nach bestimmten Regeln zu einer Version ordnet. Die Klangereignisse sind durch grafische Symbole notiert. Jedem Symbol muss der Interpret eine spezifische Klangfarbe zuordnen.
Partitur: Feedback Studio Verlag FB 7116

Bassmaschine von Siegfried Koepf
Ein Fender-Jazzbass und eine Tonbandmaschine bilden ein zunächst autonomes mechanisches System. Das Tonbandgerät transportiert einen Zwirn von der einen Spule - vorbei an den Saiten - zur anderen, wodurch die Saiten kontinuierlich gestrichen werden. Die Stimmung der tiefsten Saite liegt ca. zwischen Subkontra-G und Kontra-D und entspricht einer deutlich hörbaren Eigenfrequenz des Raums. Die höheren Saiten werden in schwebungsfreien großen Sekunden bzw. Oktaven bzw. deren Summen gestimmt.
Durch die Kopplung der verstärkten Bassmaschine an den resonierenden Raum entsteht eine fein-balancierte Feedbackschleife, wobei unentschieden bleibt, ob die Sound-Produktion der Installation sich in die Raum-Situation einmischt oder umgekehrt.
Bei der hier erstmals als Aufnahme veröffentlichten Uraufführung (in der Ausstellung “Seltene Blumen - Züge - Bassmaschine” in Köln 1994) wurden zwei annähernd gleich gestimmte Bassmaschinen simultan gespielt.

Nachthelle von Johannes Fritsch
wurde 1996 für das Ensemble NATRIUM (Tim Jones, Violine, Viola; Georg Börgers, Violoncello; Martin Ingenhütt, Kontrabaß und Thomas Lehn, Synthesizer) komponiert und 1997 in Köln uraufgeführt. Für Nachthelle werden die äußeren Saiten von Viola, Cello und Kontrabaß weit über eine Oktave heruntergestimmt, so dass sie - ohne Spannung - nur noch Geräusche von wenig konkreter Tonhöhe hervorbringen. Die Mittelsaiten bleiben in Originalstimmung. Über Mikrofone bzw. Kontaktmikrofone werden die Streicherklänge verstärkt und mit den Aktionen des Analog-Synthesizers moduliert. Für die Synthesizer-Notation finden Ausschnitte aus einer Landkartenskizze Leonardo da Vincis Verwendung. Titel und einige Melodiefragmente verweisen auf Schubert und Schumann.
Partitur: Feedback Studio Verlag FB 9701

writing (1998, Ausschnitt) von Harald Muenz
für zwei Spieler an einer kontaktmikrofonierten großen Trommel und Klangregie Eine flachliegende große Trommel ist mit Kontaktmikrofonen präpariert, die wie “akustische Lupen” fungieren, und wird vierhändig auf alle möglichen und unmöglichen Arten traktiert.
Das verstärkte Signal wird mit dem (um 20 Sekunden verzögerten) Mitschnitt der vorausgegangenen Aufführung gemischt und geregelt. Auf diese Weise schreibt das Stück beständig an seiner eigenen Aufführungsgeschichte, die zugleich immer präsent ist. Writing ist dem [duo:archaeopteryx] (www.duo-archaeopteryx.de) - Armin Sommer und Ulrich Ludat - gewidmet, die auch alle bisherigen Aufführungen gespielt haben.


 


Das Feedback Studio
Nach monatelanger Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen auf der Weltausstellung 1970 in Osaka fassten die drei Komponisten Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar und David Johnson den Entschluss, sich selbständig zu machen. 1970 riefen sie das Feedback Studio ins Leben: ein unabhängiges, privates elektronisches Studio. Ein Jahr später gründeten Fritsch und Gehlhaar mit dem Feedback Studio Verlag den ersten deutschen Komponistenverlag. Studio und Verlag befanden sich im Belgischen Viertel in Köln in einem Hinterhaus, wo Fritsch sich 1967 unter dem Dach ein Privatstudio eingerichtet hatte. Sowohl Studio als auch Verlag verstanden sich nicht als ein kommerzielles Unternehmen, sondern vielmehr als eine Künstlerkooperative und ein alternatives Zentrum für Musik. Der Verlag vertrat bis zu 300 Kompositionen von 20 Komponisten. Sein Programm umfasste neben elektronischen und live-elektronischen Werken, Computerkompositionen und Werken für großes Orchester vor allem Kammermusik, etwa der Komponisten Klarenz Barlow, Michael von Biel, Peter Eötvös, Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar, Caspar Johannes Walter und vielen mehr. Die Schriftenreihe Feedback Papers, insgesamt 46 Hefte bzw. Bücher, dokumentieren in Nachrichten, Informationen, Projektbeschreibungen, Analysen und Aufsätzen nicht nur die Geschichte des Feedback Studios, sondern geben einen eigenen Blick auf die Geschichte der Neuen Musik, abseits der philharmonischen Hauptwege und etablierten Festivals.
Nach Fritschs Tod 2010 wurde der Feedback Studio Verlag aufgelöst. Noch vorrätige Feedback Papers und CDs sind in die edition johannes fritsch übergegangen (www.editionjohannesfritsch.de). Alle historischen Dokumente wie Materialbänder, Tonbandaufzeichnungen von Hinterhausmusiken, Korrespondenzen oder historische Apparate befinden sich im Musikarchiv der Akademie der Künste (www.adk.de) in Berlin.

Details

Track 1: Michael von Biel (Klavier - Playbackverfahren)
Track 2: Rolf Gehlhaar (Becken) - Johannes Fritsch (Regler)
Track 3: Siegfried Koepf (elektronische Komposition)
Track 4: Tim Jones (Violine und Viola) - Georg Börgers (Violoncello) - Martin Ingenhütt (Kontrabaß) - Thomas Lehn (Synthesizer)
Track 5: Armin Sommer (Trommel) - Ulrich Ludat (Trommel)

Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (20 Seiten Umfang mit Digipak)

Gefördert von der Kunststiftung NRW

Biografien

Michael von Biel
geb. 1937 in Hamburg. Studien in Toronto, Wien, New York (u. a. mit Morton Feldman), London und Köln (Karlheinz Stockhausen). 1961-63 Besuch der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. 1964 Kompositionsauftrag des WDR für die elektronische Musik Fassung. 1965/66 composer in residence der State University of New York in Buffalo. Seit 1966 in Köln, Kontakt mit Künstlern der Fluxus-Bewegung. 1968/69 Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys, arbeitet seitdem vorwiegend im bildnerischen Bereich. Lebt in Tübingen. Literatur- und Werkübersicht (bis 1983) in: Neuland 3, hg. von Herbert Henck, Bergisch-Gladbach 1983, S. 100 ff.

Rolf Gehlhaar
geb. 1943 in Wroclaw (Breslau, Polen). Musik- und Philosophiestudium in Yale und Berkeley. 1967-70 Assistent von Karlheinz Stockhausen und Mitglied in seinem Ensemble, mit diesem Konzertreisen und Aufnahmen, 1970 Auftritte bei der Weltausstellung in Osaka. Danach Mitbegründer des Feedback Studio sowie 1971 des Feedback Studio Verlags. Dozent bei den Internationalen Ferienkursen in Darmstadt 1974 und 76, 1979-81 Forschungsarbeiten am IRCAM. Seit 1985 Entwicklung computergesteuerter interaktiver Installationen KLANG=RAUM, seit 1988 deren systematische Anwendung im Bereich Bewegungs- und Musiktherapie. Zahlreiche Aufträge, Auszeichnungen und Preise. Lebt in London.

Siegfried Koepf
geb. 1958 in Stuttgart, studierte 1984-93 Klavier und Komposition in Köln. Seit 1990 Beschäftigung mit logischen Untersuchungen formaler Beschreibungsstrategien von Tonsystemen und Musikinstrumenten, seit 1992 Entwicklung algorithmischer und kombinatorischer Kompositionsmethoden. Sein Werk umfasst neben Kompositionen auch Videos, Musikmaschinen, Kunstobjekte, Printeditionen, Texte, Computerprogramme. Ausstellungen mit Malerei, Objekten, Videos, zahlreiche Konzerte mit Neuer Musik als Komponist und Performer. Koepf lebt in Köln, wo er seit 2000 Musiktheorie an der Musikhochschule lehrt.

Johannes Fritsch (1941-2010)
geb. 1941 in Bensheim-Auerbach, Studien in Köln. 1964-70 Mitglied des Stockhausen-Ensembles, 1971-84 Leiter des Seminars für Neue Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, 1984-2006 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Köln. Kompositionen aller Gattungen, zahlreiche Aufträge, Preise und Auszeichnungen. 1970/71 Gründung des Feedback Studios und des Feedback Studio-Verlags. Veranstaltung von Hinterhausmusiken. Herausgeber der Feedback Papers. Internationale Konzert- und Vortragstätigkeit.

Harald Muenz
geb. 1965 in Schwäbisch Hall. Studien (Tonmeister) in Detmold, in Köln Komposition bei Krzysztof Meyer (Diplom 1993) und Phonetik bei Georg Heike, in Stuttgart 1994-97 (Helmut Lachenmann) sowie elektronische Komposition bei Hans Ulrich Humpert. Seminare bei Johannes Fritsch und Klarenz Barlow. Neben Kammer-, Orchester- und Vokalmusik widmet er sich besonders artikulatorischer Sprachkomposition, radiophoner Ars Acustica und computergestützten Konzepten.
Preise, Stipendien, Aufträge und Radiosendungen in vielen europäischen Ländern, Asien und den USA. 2002 Buchpublikation über Franco Evangelisti (Saarbrücken: Pfau). Muenz lebt in Köln als freischaffender Künstler und ist daneben als Radio- und Printautor sowie als Dozent im Bereich Neue Musik tätig. Seit 2001 Lehrauftrag an der Universität Köln für Aesthetische Phonetik. Aktuelle Informationen unter www.haraldmuenz.de

Feedback CD3 - DEGEM CD6
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
USB-Stick CD

Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
CD Feedback CD3 - DEGEM CD6 (CD)
EAN/UPC-Barcode: 809548007928
16,90 €
USB-STICK Feedback CD3 - DEGEM CD6 (USB-Stick)
15,90 €

Hörproben und Track-Downloads

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
Play FLAC
1) Book for three (1961)
Komponist: Michael von Biel (1937-)
Interpret(en): Michael von Biel
15:03
5,99 €
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2) Beckenstück (1969)
Komponist: Rolf Gehlhaar (1943-)
Interpret(en): Rolf Gehlhaar, Johannes Fritsch
23:52
7,99 €
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3) Bassmaschine (1994)
Komponist: Siegfried Koepf (1958-)
Interpret(en): Siegfried Koepf
13:23
4,99 €
Play FLAC
4) Nachthelle (1996)
Komponist: Johannes Fritsch (1941-2010)
Interpret(en): Ensemble Natrium
10:32
3,99 €
Play FLAC
5) Writing, Ausschnitt (1998)
Komponist: Harald Muenz (1965-)
Interpret(en): duo:archaeopteryx
14:35
4,99 €
Gesamtspielzeit  77:25  
Feedback CD3 - DEGEM CD6 [Cybele 960303 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (292.68MB)
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