Russische Klavierquintette

Thomas Leander, Minguet-Quartett

Erschienen: 1998

Katalog-Nummer: Cybele CD 350301

CD USB-Stick

Kurzbeschreibung

Werke von Schostakowitsch und Borodin. Thomas Leander und das Minguet-Quartett scheuen keine weite Dynamik und Rubati“ und „brillieren durch variantenreiche Tongebung“ (Fonoforum).

Beschreibung

Zwischen Alexander Porfirjewitsch Borodin und Dmitri Schostakowitsch gibt es eine gewisse biographische Beziehung: Ein Borodin-Stipendium nämlich machte es auf Vermittlung Alexander Glasunows möglich, daß der hochbegabte, aber mittellos gewordene Dmitri sein bereits mit 13 Jahren begonnenes Studium am Petersburger bzw. Leningrader Konservatorium auch in der schwierigen nachrevolutionären Zeit fortsetzen konnte und nicht als Kinopianist sein Leben zu fristen hatte. In der Musikmetropole Leningrad hatte der junge Komponist wichtige persönliche Begegnungen mit Milhaud, Berg, Mitropoulos und Chatschaturjan. Hier entstand auch das Klavierquintett op. 57 - in jener für alle Künstler und Intellektuellen hochgefährlichen Zeit von Stalins “Säuberungen” ab 1937 mit ihren zahllosen Verhaftungen und Hinrichtungen - auch aus dem familiären und Freundes-Umfeld Schostakowitschs. Er selbst fühlte sich besonders gefährdet, seitdem Stalin 1935 eine Aufführung seiner Oper “Lady Macbeth” besucht, aber vorzeitig wieder verlassen hatte und die Parteipresse 1936 gegen das Werk den Vorwurf “Chaos statt Musik” erhob, was ihn u. a. zum Zurückziehen seiner IV. Sinfonie veranlaßte.
Für das 1940 entstandene Klavierquintett erhielt Schostakowitsch - nach der mit Ovationen gefeierten Moskauer Uraufführung im November 1940 durch das Moskauer Beethovenquartett und den Komponisten selbst am Flügel sowie einer weiteren Aufführung im Januar 1941 zusammen mit der V. Sinfonie im Schlußkonzert einer “Dekade sowjetischer Musik” in Leningrad - am 16. März 1941 den gerade neu geschaffenen, mit 100.000 Rubeln dotierten “Stalinpreis I. Klasse”.
Alexander Porfirjewitsch Borodin (1833-1887) kennt man am ehesten als Komponist einer bedeutsamen h-moll-Sinfonie - seiner Zweiten -, als Schöpfer der sinfonischen „Steppenskizze aus Mittelasien“ und der Oper „Fürst Igor“ (mit ihren Polowetzer Tänzen), die der 1887 sehr plötzlich Verstorbene als Fragment hinterließ, so daß sie erst durch Rimski-Korsakow und Glasunow ihre heutige Fassung erhielt. Als Kammermusikkomponist dagegen ist Borodin wenig bekannt, obwohl er in Rußland sogar als „Vater des russischen Streichquartetts“ gilt. Im Schaffen des kompositorisch hochbegabten, aber nie systematisch ausgebildeten, unehelich geborenen Fürstensohnes spielte Kammermusik von früh an eine besondere Rolle. Schon der knapp 14jährige komponierte ein Streichtrio, der 17jährige ein Klaviertrio, und im darauffolgenden Jahrzehnt folgten u. a. drei weitere Streichtrios, ein Streichquintett, ein Streichsextett und eine Cellosonate. Das hier eingespielte Klavierquintett ist das letzte Werk jener reichen frühen Kammermusikperiode Borodins. Biographisch ist das Stück eng verbunden mit dem ersten Kennenlernen seiner späteren Frau Jekaterina, einer russischen Pianistin. Als nämlich ein Chemie-Forschungsauftrag den promovierten Mediziner und späteren Hochschullehrer Borodin im Sommer 1861 nach Heidelberg führte, wo Jekaterina wegen einer lebensbedrohlichen Asthmaerkrankung Heilung suchte, begegneten sich beide. Gemeinsames Musizieren und Konzertbesuche in Heidelberg, Baden-Baden und Mannheim, im Winter dann in Pisa, ließen Borodin mit verschiedensten ihm bis dahin unbekannten Werken vertraut werden, darunter Klavier- und Kammermusik von Chopin und von Schumann - so u. a. dessen Klavierquintett, über das er laut Jekaterinas Erinnerungen „ganz aus dem Häuschen geriet“.
In eben diese besonders glückliche, auch an musikalischen Eindrücken überreiche Zeit fällt Anfang 1862 die Komposition des c-moll-Klavierquintetts, das - wie so viele Werke Borodins - ungedruckt blieb und erst posthum 1938 veröffentlicht wurde.

Details

Minguet-Quartett (Streichquartett) - Thomas Leander (Klavier, Steinway D Flügel)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Begleitheft-Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch (32 Seiten Umfang)

Biografien

Thomas Leander
1960 in Düsseldorf geboren, studierte an der Robert-Schumann-Hochschule bei Herbert Drechsel, in Wien bei Paul Badura-Skoda und in London bei Geoffrey Parsons. Nach seiner künstlerischen Abschlußprüfung, die er “mit Auszeichnung” absolvierte, begann er seine Karriere als Solist und Liedbegleiter.
Er gab Klavierabende in San Francisco, Washington, New York, London, Florenz, Rom, Warschau, Salzburg und war Begleiter von Karl Ridderbusch und Hermann Prey bei Liederabenden in so bedeutenden Sälen wie der Mailänder Scala und dem Cuvilliés-Theater München. Ein Liederabend mit Hermann Prey wurde im Deutschen Fernsehen 1989 live, europaweit, ausgestrahlt. 1987 führte Leander das Klavierkonzert von Alfred Schnittke in Mannheim als Deutsche Erstauf-führung auf.
Tourneen in der UdSSR führten ihn nach Moskau in den Rachmaninoff-Saal, in den Großen Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums, ins Bolschoi-Theater sowie nach St. Petersburg, Kiew und Minsk. Im Mozartjahr 1991 wurde er erneut nach Rußland eingeladen, um dort ein Mozart-Klavierkonzert als Live-Mitschnitt für das russische Fernsehen aufzuzeichnen. Er wurde mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet.
Seit 1987 leitet er eine Klasse für Klavier an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf, die ihn 1995 zum Professor berief.

Das 1988 gegründete Minguet-Quartett, dessen Mitglieder ihr solistisches Studium an verschiedenen deutschen Hochschulen absolvierten, hat seinen Sitz in Düsseldorf. Neben einem Kammermusikstudium an der Folkwang Hochschule Essen wurde das Ensemble langjährig von Walter Levin (Primarius des LaSalle Quartetts) betreut. Darüber hinaus nahm das Ensemble an zahlreichen Meisterkursen teil, u. a. bei Earl Carlyss (Juillard Quartett), Eugène Lehner (Kalisch Quartett), dem Amadeus-Quartett und dem Melos Quartett. Weitere wichtige künstlerische Impulse erhält das Quartett bis heute vom Alban Berg Quartett.
Bei diversen Festivals war das Minguet-Quartett zu Gast, wie u. a. Salzburger Festspiele, Orlando Festival, Wittener Tage für Neue Kammermusik, Carl Orff Festival, Züricher Weltmusiktage, Sommerliche Musiktage Hitzacker, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein Musikfestival, Dresdner Musikfestspiele.
Die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben wurde durch folgende erste Preise dokumentiert: Hochschulwettbewerb 1989, Mozarteumpreis 1990, Folkwang-Preis 1991, Charles-Hennen-Concours 1993, Mendelssohn-Preis 1994.
Neben der Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen (Förderpreis 1991) war das Ensemble 1994/95 Stipendiat der Villa Musica. Außerdem hat die Kunststiftung NRW für das Quartett einen Satz wertvoller Instrumente erworben. Dem Minguet-Quartett wurde 1996 der Musikpreis der Märkischen Kulturkonferenz zuerkannt.
Die Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf hat das Quartett ab 1997 als Kammermusiklehrer verpflichtet.
Neben den sechs bereits eingespielten CDs sind für die nächste Zukunft diverse Platten- und Rundfunkproduktionen in Vorbereitung, die sich neben dem klassisch-romantischen Repertoire auch der Neuen Musik - teilweise durch Ersteinspielungen - widmen werden.

Russische Klavierquintette
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CD Russische Klavierquintette (CD)
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Hörproben und Track-Downloads

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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op. 57 - I. Praeludium. Adagio
Komponist: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
3:49
1,99 €
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2) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op. 57 - II. Fuge. Adagio
Komponist: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
9:06
3,99 €
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3) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op. 57 - III. Scherzo. Allegretto
Komponist: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
3:29
1,99 €
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4) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op. 57 - IV. Intermezzo. Lento
Komponist: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
6:33
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5) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op. 57 - V. Finale. Allegretto
Komponist: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
7:20
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6) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier - I. Andante
Komponist: Alexander Borodin (1833-1887)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
4:34
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7) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier - II. Scherzo. Allegro non troppo
Komponist: Alexander Borodin (1833-1887)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
5:54
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8) Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier - III. Finale. Allegro moderato
Komponist: Alexander Borodin (1833-1887)
Interpret(en): Thomas Leander, Minguet-Quartett
10:01
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Gesamtspielzeit  50:46  
Russische Klavierquintette [Cybele 350301 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (188.17MB)
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