Juan Allende-Blin

Komponist

Biografie

Allende-Blin, Juan

Juan Allende-Blin
wurde 1928 in Santiago de Chile geboren. Er stammt aus einer spanisch-französischen Familie.
Kompositionsunterricht hatte er zuerst bei seinem Onkel Pedro Humberto Allende-Sarón, der dem Kreis um Debussy angehörte, und dann bei Fré Focke, der bei Anton Webern studiert hatte. 1951 ließ er sich auf Empfehlung von Hermann Scher­chen in der Bundesrepublik Deutschland nieder. Im Rahmen der Darmstädter Ferien­kurse für Neue Musik besuchte er den Unterricht von Olivier Messiaen.
Seit 1952 komponierte er mehrere Orgelstücke für Gerd Zacher, welche die technischen Möglichkeiten des Instrumentes erweiterten. So zum Beispiel Transfor­ma­tions II (1952), Échelons (1962–1968), Mein blaues Klavier für Orgel und Drehorgel (1970), Coral de Caracola (1985), im Auftrag der Berliner Festwochen komponiert, oder Transformations V für Orgel und Ensemble (1987), ein Auftragswerk der Rencon­tres Musicales von Metz. Später entstanden zwei weitere Orgelstücke: Derrière le silence (2008) und Mémoire de l’oubli (2012).
Unter seinen Kammermusikwerken sind besonders zu erwähnen: Silences interrompus für Klarinette, Kontrabass und Klavier, das für das Festival pro musica nova 1972 in Bremen komponiert wurde, sowie das Klavierstück Zeitspanne, das im Kunst­haus Zürich vom Komponisten selbst 1974 uraufgeführt wurde.
Für sein Hörspiel Rapport sonore / Relato sonoro / Klangbericht erhielt Allende-Blin 1983 den Karl-Sczuka-Preis. In seinem Werk bildet das Hörspiel eine bedeutende Rolle, denn er entwickelte daraus sehr eigenständige Klangcollagen.
Sein Bühnenwerk Des Landes verwiesen – Konzertante und szenische Aktionen wurde als Auftragswerk der Berliner Festwochen 1978 in der dortigen Akademie der Künste uraufgeführt.
2009 wurde es im Theater Bonn wiederaufgeführt und danach als Gastspiel in San­tiago de Chile.
Eine weitere erfolgreiche Produktion dieses Werkes fand 2013 in Lissabon statt. Im selben Jahr komponierte Allende-Blin die Kantate Dans le silence für Sopran und Klavier und 2014 Message fragile für Flöte solo.

Veröffentlichte Alben

  • Juan Allende-Blin und das Ensemble

    Edition Künstler im Gespräch Vol. 7 - Poesie trifft reine Musik: Viele Dichter kamen zu uns nach Hause… Allein die Präsenz eines Dichters zu Hause, der eine gewisse Ausstrahlung hatte, war schon ein Motiv, sich für sein Werk zu interessieren, erzählt Juan Allende-Blin in seinem Gespräch mit Mirjam Wiesemann. Dazu gesellen sich ausschließlich Weltersteinspielungen seiner Kompositionen auf dieser insgesamt 183 Minuten umfassenden Edition - Ein mehrdimensionales Portrait über einen außergewöhnlichen Künstler!

  • Mirjam Wiesemann: Weht ein Stadtspaziergang durch den Traum (Hörbuch)

    Ein spannendes Wahrnehmungsexperiment: Mirjam Wiesemann – Autorin, Schauspielerin und künstlerische Leiterin der vielfach ausgezeichneten Hörbuchreihe des Labels Cybele Records – fotografierte auf ihren Reisen Schaufenster und deren Spiegelungen in den verschiedensten Großstädten von Barcelona über Los Angeles bis Zürich und befragte anschließend Menschen zwischen 7 und 80 Jahren, was sie persönlich in ihren Bildern sehen.

  • Die Orgelmusik von Juan Allende-Blin

    Auf der Suche nach Ausdruck hat Allende-Blin (* 1928) beispielhaft und gültig die Eigenschaften der Orgel ausgelotet. Dabei kommen unerwartete Wirkungen zutage: Der Balg wird zur Lunge, Pfeifen, Tasten und Ventile zu Sprechwerkzeugen.

  • Die Klaviermusik von Juan Allende-Blin

    Vier Werke für Klavier allein aus den Jahren 1949 bis 1983. Sie zeugen von profunder Kenntnis des Instruments, seiner Technik und seiner klanglichen Möglichkeiten. Die Grenzen werden respektiert, ausgelotet, bisweilen transzendiert.

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