Bernd Alois Zimmermann

Komponist

Biografie

Zimmermann, Bernd Alois

Bernd Alois Zimmermann
wurde am 20. März 1918 in Bliesheim bei Köln geboren. Ab 1929 besucht er das Internat Kloster Steinfeld, dort erste systematische Auseinandersetzung mit Musik. Als 1936 die Privat­schulen in Deutschland von den Nationalsozialisten geschlossen werden, wechselt er auf ein staatliches, katholisches Gymnasium in Köln, wo er 1937 das Abitur ablegt.


Im Wintersemester 1938/39 beginnt er ein Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik Köln bei Heinrich Lemacher, ab 1943 belegte er innerhalb dieses Studiums das Wahlfach Komposition. 1940 erfolgt die Einberufung zur Wehrmacht, im September 1941 Kampfstoff­ver­giftung in Russland und im im Herbst 1942 Entlassung aus der Wehrmacht wegen der daraus resultierenden, schweren Hautkrankheit. Danach Wiederaufnahme des Studiums, dessen Ab­schluss sich durch Kriegsende und Nachkriegswirren bis 1947 verzögert. Nach 1946 ist Zimmermann als freischaffender Komponist tätig, überwiegend für den Rundfunk. Ab 1949 Teilnahme an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, unter anderem bei René Leibowitz und Wolfgang Fortner. 1950 Heirat. 1957 Stipendiat der Villa Massimo in Rom und Übernahme einer Professur für Komposition sowie Film- und Rundfunkmusik an der Kölner Musik­hoch­schule. In den 1960er Jahren verstärkte Aufmerksamkeit und Erfolg als Komponist. Mehrere namhafte Preise – 1963 zweiter Villa Massimo Aufenthalt, 1965 Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste – insbesondere nach der Uraufführung seiner Oper „Die Soldaten“ im Jahre 1965, die in den Jahren zuvor, nicht zuletzt wegen ihrer enormen personellen und musikalischen Anforderungen, von der Kölner Oper als „unspielbar“ abgelehnt wurde. Nach Abschluss seiner Requiemkomposition im Jahre 1969 psychischer Zusammenbruch, daraufhin monate­lange stationäre Behandlung in der Kölner Universitätsklinik, hinzu kommt ein sich schnell verschlimmerndes Augenleiden. Am 10. August 1970 nimmt sich Zimmermann das Leben.


Sein Werk umfasst Kompositionen für Orchester (u.a. Orchesterwerke, Ballettmusik und Solokonzerte), seine Oper „Die Soldaten“ und andere Vokalwerke, Kammermusik, Sololiteratur sowie elektronische Musik. Die Premiere seiner Oper „Die Soldaten“, komponiert 1958 bis 1965 nach dem Prinzip der „pluralistischen Klangkomposition“, im Februar 1965 in Köln war ein sensationeller Erfolg. Ein weiteres großes Werk ist sein „Requiem für einen jungen Dichter“, welches 1969 durch den WDR in Düsseldorf uraufgeführt wurde; Zimmermann konnte die Urauf­führung aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht miterleben. Obwohl die Anzahl seiner Kompositionen überschaubar ist, hat sich Zimmermann mit seinem Schaffen eine Schlüssel­position in der Geschichte der deutschen Nachkriegsmusik gesichert. Er absorbierte nicht nur die serielle Musik und die Strenge der Darmstädter Avantgarde, sondern kombinierte diese Einflüsse auch in einzigartiger Weise mit Jazz-Elementen und Zitaten historischer Komponisten.

Veröffentlichte Alben

  • Bernd Alois Zimmermann und das symphonische Spätwerk

    Edition Künstler im Gespräch Vol. 8 - Ich bin überzeugt, dass all diese Dinge, die ja sehr komplexe Vorgänge sind, so angelegt sind, dass jeder Hörer, ganz gleichgültig, welcher intellektuellen und sozialen Schicht er angehört, irgendwo (…) gepackt wird. (B. A. Zimmermann)

    In seinen umfangreichsten Arbeiten wollte Bernd Alois Zimmermann die komplexesten Zusammenhänge des Zeitgeschehens und seiner Weltanschauung verarbeiten auf eine derart intensive und allumfassende Art und Weise, als sei jede dieser Schöpfungen die einzige und vielleicht auch seine letzte. Die Edition enthält neben seiner Musik seine Originalstimme, aufwendig restauriert und einem bislang unveröffentlichten Tondokument entnommen, ein Gespräch mit seinem letzten Schüler York Höller sowie einen Originaltext für „Les soupers du Roi Ubu“, geschrieben und gesprochen von Elke Heidenreich.

  • Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter

    „Lingual“ für Sprecher, Sopran- und Bass-Solo, drei Chöre, Orchester, Jazz-Combo, Orgel und elektronische Klänge. In seinem späten Hauptwerk zieht Zimmermann (1918-1970) die Summe der eigenen Biografie, aber auch der geistigen Situation seiner Zeit.

  • Michael Denhoff: Campanula

    Die Campanula sieht wie ein Cello aus, hat jedoch zusätzlich 16 Resonanzsaiten. Denhoff spielt auf ihr Bach-Bearbeitungen, Werke von Bernd Alois Zimmermann, György Kurtág und Volker Blumenthaler sowie eigene Kompositionen.

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