Michael von Biel

Maler, Komponist und Musiker

Biografie

Biel, Michael von

Michael von Biel
Maler, Komponist und Musiker. 1937 geboren in Hamburg. 1955 Abitur in Canterbury (Groß-Britannien) und Beginn einer kaufmännischen Lehre in Hamburg.
1956 - 58 Musikstudium in Toronto (Musiktheorie, Klavier). Private Studienaufenthalte in Wien (1958 - 60), New York (1960 mit Morton Feldman; Kontakt zur New School of Social Research und zu John Cage; erste, zunächst abstrakte Zeichnungen), London (1961 - 62 mit Cornelius Cardew).
1961 - 63 Besuch der Kurse von Karlheinz Stockhausen und David Tudor bei den Darmstädter Ferienkursen; v. Biels Komposition „Book for three" für zwei Klaviere und Violine (1961; 2.Fassung für drei Klaviere) wird dort mit einem ersten Preis ausgezeichnet. 1962 Uraufführung seiner 1960 entstandenen, ersten erhaltenen Komposition „Für zwei Klaviere I, II, III" durch Cage und Tudor in Japan. Kontakt mit Künstlern der Fluxus-Bewegung, September 1962 Einladung von George Maciunas zum Festival „ Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik" nach Wiesbaden. Konzerte im Kölner Atelier von Mary Bauermeister.
1963 Übersiedelung nach Köln. Zeichnungen, als „Erholung" von der Musik, vor allem „Landkarten". 1964 und 65 Teilnahme an den Kölner Kursen für Neue Musik (Stockhausen), 1964 aufgrund eines Kompositionsauftrages des WDR Arbeit im elektronischen Studio („Fassung"), 1965/66 composer in residence an der State University of New York in Buffalo, 1965 – 68 „Aufführungsmusiken", „Happening-Musiken", „Weltstücke", d.h. Konzert-Aktionen mit Betonung der Aufführungssituation. 1968 Uraufführung des „Jagdstück" in Düsseldorf als Kompositionsauftrag des WDR. Vorerst letzte Noten-Komposition „Etüden und Gesangsthemen" (für Klavier Nr. 6) 1968. Zeitweilige Aufgabe der Komposition von Musik- und Aktions-Stücken. In den nachfolgenden Jahrzehnten liegt der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens von v. Biel auf der bildenden Kunst.

1968/69 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Joseph Beuys), 1970 erste Einzelausstellung, Kontakt mit den Musikern der Beat-Gruppe CAN, Hinwendung zur Pop-Kultur, Aufnahmen der Cellomusiken (Violoncello mit elektronischer Modulation, Verstärkung, Rückkopplung) im Feedback Studio Köln, Improvisationen (mit elektrischer Gitarre oder Klavier/keyboard) in verschiedensten Kontexten; Abtauchen in die alternative Subkultur (bis ca. 1983/84). Ab 1977 Kontakt zum Beginner-Studio von Walter Zimmermann in Köln. Ende der 70er Jahre Kompositionen im Zeichen der „Neuen Einfachheit", 1974/85 „Traditionelle Stücke für Gitarre" für zwei Gitarren, Kompositionsauftrag und Uraufführung durch Wilhelm Bruck und Theodor Ross. Seit den 70er Jahren zunehmend Einzelausstellungen, 1977 Beteiligung an der documenta VI. In den 80er Jahren mehrere neue notierte Klavierstücke, uraufgeführt durch Herbert Henck. Beschäftigung mit indischer (vedischer) Philosophie; ab 1993 Beschäftigung mit jüdischer (chassidischer) Literatur. 1993 „Stücke für Synthesizer Keyboard", op 21 (nach genauem Plan improvisiert von v. Biel, eingespielt bei Guido Conen) als Kompositionsauftrag des WDR. In der Folgezeit mehrere Duo-Improvisationen mit Guido Conen, Perkussion. Seit 2000 mehrere noch unaufgeführte Kompositionen, teils mit, teils ohne Computer entstanden. Von Biels bildnerisches Oeuvre (Zeichnungen, Gemälde) befindet sich vorwiegend in Privatbesitz. Lebt seit 2005 in Tübingen. 2010 erste schriftstellerische Arbeit „Portraits" (hg. von Axel Bell und Gerhard Theewen, Köln, SalonVerlag).

Kataloge des Kölnischen Kunstvereins/Kunstraum München, der Galerie Klein (Bonn), Galerie Karsten Greve und Salon-Verlag (Köln, 2000), des Kunstverein Greven und der Herbert-Weisenburger-Stiftung Rastatt und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen.

Literatur- und Werkübersicht zur musikalischen Arbeit Michael von Biels (bis 1983) in: Neuland 3, hg. v. Herbert Henck, Bergisch-Gladbach 1983, S. 100 ff.
Ausführliche Dokumentation aller musikalischen Kompositionen im Katalog „Michael von Biel" der Herbert-Weisenburger-Stiftung, Rastatt 2003.


CD-Einspielungen u.a.: „Quartett mit Begleitung", Darmstadt ’96, Internationale Ferienkurse für Neue Musik 1946-96, CD2 (WWE 1CD 31895); „Book for three" (Feedback CD 3); „Deutsche Landschaften (1970); „Cellokonzert" (1971) (Feedback CD 6); „Fassung", „Jagdstück", Quartette I und II, „Quartett mit Begleitung" (Edition RZ, 2002); „Fassung" auch auf CD Deutscher Musikrat: Musik in Deutschland 1950-2000, Elektroakustische Musik: Studio für elektronische Musik des WDR Köln. Michael von Biel, Guido Conen: Thirteen Numbers (2011)

Kompositionen, die im Feedback Studio Verlag vertreten waren oder dort im Studio aufgenommen wurden. Alle Partituren und Tonaufnahmen befinden sich nun im Musikarchiv der Akademie der Künste, Berlin.


FÜR 2 KLAVIERE I, II, III (1960/61)
ca. 20 Min., UA 1962 mit John Cage und David Tudor in Japan, Aufnahme mit Kristine Scholz und Mats Persson 1991 beim Hessischen Rundfunk.


BOOK FOR THREE (1961)
Dauer unbegrenzt, UA Darmstadt 1962, Playback-Aufnahme mit Michael von Biel beim Dänischen Rundfunk Kopenhagen 1963.


29 DOUBLES FÜR VIOLINE UND KLAVIER (1961)
UA Darmstadt 1962, Aufnahme beim Internationalen Musikinstitut Darmstadt.


1. STREICHQUARTETT (1962)
ca. 5 Min., UA Köln 1962, Aufnahme beim WDR,


2. STREICHQUARTETT (1963/64)
ca. 10 Min., UA Darmstadt 1963, Neufassung als 1. Quartett bei der Universal Edition Wien (UE 14257), Historische Aufnahme der Urfassung aus dem Streichquartettkurs des Lasalle-Quartetts bei den Ferienkursen Darmstadt 1963 (mit den amerikanischen Geigerinnen Judith Justice und Nancy Garvey, Johannes Fritsch, Viola und v. Biel, Cello).


FASSUNG (1963/64)
ca. 13 Min., elektronische Musik für 4 Lautsprechergruppen, Auftragskomposition des Westdeutschen Rundfunks, realisiert im elektronischen Studio des WDR 1964, Sendekopie beim WDR.


FÜR KLAVIER (1964/65)
ca. 10 Min., Aufnahme der Urfassung (Septenary) mit Frederic Rzewski bei Radio Bremen, Aufnahme der Neufassung mit Harald Bojé beim WDR


QUARTETT MIT BEGLEITUNG (1965)
ca. 15 Min., Streichquartett + 2. Cello, UA Freiburg 1968, Aufnahme beim WDR.


DEKLINATION (1965)
Komposition für Lautsprecher, 7 Instrumentalisten und Altstimme. Besetzung: 3 Schlagz., Vc., Kb., Hfe., Klav. (auch el. Org.), Altstimme (auch Bariton möglich). Alle Instrumente elektrisch verstärkt. Cathy Berberian gewidmet, Kompositionsauftrag von Radio Bremen, UA Den Haag 1971.


JAGDSTÜCK (1966)
für 2 Trompeten, 2 Posaunen, Kontrabaß, Tonband und mikrophonierte (Garten)-Grills, ca. 28 Min., UA Düsseldorf 1968, Aufnahme beim WDR.


ETÜDEN UND GESANGSTHEMEN (1968)
für Klavier, Harald Bojé gewidmet, UA mit Ingrid Bornemann (Fritsch) in Darmstadt 1972.


THE PLAIN NEAR S'CAIRN (Die Ebene bei S'Cairn) (1963)
Dauer unbegrenzt, für mindestens 5 Streicher und mindestens 5 Bläser (davon mindestens 3 Blech), Nachdruck der Erstausgabe 1963 (Edition Hagar, Brühl).


CELLOSTÜCKE


DEUTSCHE LANDSCHAFTEN (1970)
ca. 40 Min., Produktion des FEEDBACK STUDIO 1970.


CELLOKONZERT (1971)
ca. 40 Min., Produktion des FEEDBACK STUDIO 1971.


ÜBUNGSSTÜCK FÜR CELLO (1971)
ca. 25 Min., mit gefilterter Rückkopplung, UA 1971 in Saarbrücken, Aufnahme beim Saarländischen Rundfunk


VIOLONCELLOMUSIK II (1972)
ca. 20 Min., Produktion des FEEDBACK STUDIO für den Hessischen Rundfunk 1972, Aufnahme beim Hessischen Rundfunk.


VIOLONCELLOMUSIK III (1972)
ca. 20 Min., Produktion des FEEDBACK STUDIO für den Westdeutschen Rundfunk 1972, Aufnahme beim WDR.


(Ingrid Fritsch)

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