Cybele 660701 2001

16bit 44.1kHz Stereo Klassik Zeitgenössische Musik 1:01:49

Zur Beschreibung

Portrait Peter-Jan Wagemans

Mitwirkende

DoelenKwartetEnsemble (Streichquartett)Richard JansenSchlagzeugPaul HermsenKlavierMonique BartelsVioloncelloMonique HeidemaVioloncello

Komponist:in

Peter-Jan Wagemans

Kurzbeschreibung

Peter-Jan Wagemans, 1952 geboren, unterrichtet am Konservatorium in Rotterdam und versteht sich als „erneuernder Traditionalist“, der seine Mittel aus der europäischen Tradition schöpft. Das Porträt stellt drei Werke vor: das fünfsätzige Strijkkwartet (1997/98), das eine Geschichte in fünf Akten erzählen will und eines seiner Mottos aus dem Film „Blade Runner“ bezieht, Ewig für Klavier und Schlagwerk, Wagemans’ Version von Mahlers „Ewig“, und Frage, worauf hoffen für zwei Violoncelli nach einer Zeile aus B. A. Zimmermanns „Requiem für einen jungen Dichter“. Es spielen das DoelenKwartet, Paul Hermsen, Richard Jansen, Monique Bartels und Monique Heidema.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
61:51

Kanäle
Stereo

Aufnahme
26./27. Juni, 11. Juli und 8. September 2000, Dorpskerk, Rhoon (Niederlande)

Begleitheft
Deutsch, Englisch und Französisch, 32 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Angaben

Katalognummer
Cybele 660701
Erscheinungsjahr
2001
Genre
Klassik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Klavier, Porträt, Soloinstrument, Streichquartett, Violoncelloduo
Label
Cybele Records
Barcode
809548005627
GTIN
4068992491073
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

7 Titel · 1:01:49

  1. 01 Strijkkwartet (1997-98) – Raccontando Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpret:in: DoelenKwartet 7:51
  2. 02 Strijkkwartet (1997-98) – Organum Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpret:in: DoelenKwartet 5:35
  3. 03 Strijkkwartet (1997-98) – Give me the wings of faith to rise Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpret:in: DoelenKwartet 4:03
  4. 04 Strijkkwartet (1997-98) – Fiery the angels fell Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpret:in: DoelenKwartet 2:16
  5. 05 Strijkkwartet (1997-98) – Labyrinth Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpret:in: DoelenKwartet 14:22
  6. 06 Ewig (1993) für Klavier und Schlagwerk Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpreten: Richard Jansen, Paul Hermsen 14:16
  7. 07 Frage, worauf hoffen (1999) für zwei Violoncelli Komponist:in: Peter-Jan Wagemans (* 1952) Interpreten: Monique Bartels, Monique Heidema 13:26

Beschreibung

Peter-Jan Wagemans wurde 1952 geboren und studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag Orgel, Musiktheorie und Komposition, diese bei Jan van Vlijmen; einige Zeit arbeitete er im Elektronischen Studio in Den Haag und bei Klaus Huber in Freiburg. Seine Musik erklang bei Festivals in Donaueschingen, Warschau, Venedig und Royan und wurde von führenden Orchestern und Ensembles der Niederlande gespielt, darunter das Königliche Concertgebouw-Orchester unter Riccardo Chailly, das Schönberg-Ensemble und der Niederländische Kammerchor. Wagemans unterrichtet Komposition und Musiktheorie am Konservatorium in Rotterdam und ist künstlerischer Leiter und Programmgestalter des Nordholländischen Philharmonischen Orchesters in Haarlem und des Doelen Ensembles in Rotterdam. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die 6. Sinfonie „Panthalassa“ (1994–95) für sinfonisches Blasorchester, der Klavierzyklus „Het Landschap“ (1989) und die 7. Sinfonie (1998–99).

In seinem Text „Eine Erklärung“ im Begleitheft beschreibt Wagemans seine Haltung. Er wolle Musik schreiben, deren musikalischer und emotionaler Kern für Hörer spürbar sei, die auch Mahlers Sechste verstehen; als er das schrieb, sei es eine Kriegserklärung an die modernistische Strömung gewesen. Gegen Schönberg oder Stockhausen habe er nichts, er habe ihnen nur nichts hinzuzufügen. Musik ist für ihn zuerst Zeitkunst, deren erzählendes Element und emotionaler Klangwert wesentlich sind. Als „erneuernder Traditionalist“ habe er Europa als Quelle gewählt: Er schöpfe seine Mittel aus der Tradition, stelle wieder her und feile, und auch wo seine Musik wie spontane Improvisation klinge, sei alles „bis zum letzten Millimeter berechnet“.

Das Strijkkwartet von 1997/98 hat fünf statt der gebräuchlichen vier Sätze, was, so Anthony Fiumara im Begleitheft, auf eine klassizistische dramatische Tradition verweist: Wagemans erzählt eine Geschichte in fünf Akten, deren erster die Charakterangabe „raccontando“ trägt. In Raccontando treten die Stimmen wie in einem Renaissance-Madrigal paarweise auf und führen kurze fugierte Dialoge; Organum verweist auf den Kontrapunkt der Notre-Dame-Schule, mit parallel geführten Oberstimmen über dem „tenor“ im Violoncello. Die beiden folgenden, aphoristisch kurzen Sätze bringen die Bewegung zum Stillstand; an ihr Ende schrieb Wagemans die Mottos „give me the wings of faith to rise“ und „fiery the angels fell – Roy Batty“, Worte des Androiden aus dem Film „Blade Runner“ (1982). Die ersten vier Sätze werden immer minimalistischer und flüchtiger, eine allmähliche Beschleunigung, die im gewaltigen Finale Labyrinth explodiert und dem Quartett fast orchestrale Schwere gibt.

Der Titel von Ewig (1993) für Klavier und Schlagwerk bezieht sich auf das letzte gesungene Wort aus Mahlers „Lied von der Erde“. Wagemans beschreibt das Stück als Sammlung verwehter Klänge wie in einer fast unleserlich verbleichten Partitur, gruppiert um eine langsame gregorianische Melodie, die oft ein Schlaginstrument unisono mit dem Klavier spielt, sodass merkwürdige Mischklänge und Interferenzen entstehen; die tiefen, dumpfen Glocken bilden ein leeres Ölfass und die zwei präparierten tiefsten Saiten des Klaviers. Frage, worauf hoffen (1999) für zwei Violoncelli greift einen „pessimistischen Satz“ aus B. A. Zimmermanns „Requiem für einen jungen Dichter“ auf. Mit einer ganz einfachen Geste wird die Frage immer wieder anders gestellt, heftig, fast unhörbar leise, ängstlich, hysterisch oder erwartungsvoll; zuletzt ringen sich die Celli in kreisenden, gebrochenen Dreiklängen „in die ewig blaue Luft“ durch.

Das DoelenKwartet mit Frank de Groot, Laurens van Vliet, Karin Dolman und Hans Woudenberg ist aus dem Doelen Ensemble hervorgegangen, für das Wagemans die Programme entwirft, und hat seinen Sitz im Rotterdamer Konzerthaus De Doelen. Ewig spielen Paul Hermsen (Klavier) und Richard Jansen (Schlagzeug), Soloschlagzeuger des Nordholländischen Philharmonischen Orchesters. Frage, worauf hoffen spielt die Cellistin Monique Bartels, der Wagemans Werke gewidmet hat, zusammen mit ihrer Schülerin Monique Heidema. Die Aufnahmen entstanden im Juni, Juli und September 2000 in der Dorpskerk in Rhoon.

Konzertkalender