Kammermusikwerke von Hans Gál

Annette-Barbara Vogel, Fulbert Slenczka, Rene Lecuona

Erschienen: 2002

Katalog-Nummer: Cybele CD 360901

CD USB-Stick

Kurzbeschreibung

Gál (1890-1987) zweifelte weder an der Gültigkeit der Tonalität noch an der Möglichkeit, durch dieses Medium etwas Neues auszusagen. Sonaten für Violine respektive Violoncello und Klavier.

Beschreibung

Hans Gál wurde 1890 als Sohn eines jüdischen Arztes in der Nähe von Wien geboren und wuchs in der Welt jener Reichshauptstadt der Jahrhundertwende auf. Er hatte das Glück, bei einigen der bedeutendsten Lehrer der Zeit zu studieren: bei dem Pianisten Richard Robert (zu dessen Schülern Rudolf Serkin, George Szell und Clara Haskil zählten), dem Musikwissenschaftler Guido Adler und Komposition bei Eusebius Mandyczewski, der zum engen Freundeskreis von Brahms gehörte und für Gál gewissermaßen zum „geistigen Vater“ wurde. 1915 erhielt Gál den österreichischen Staatspreis für Komposition. Der erste Weltkrieg, der Österreich politisch und wirtschaftlich als Trümmerfeld zurückließ, bedeutet für Gáls Laufbahn einen entscheidenden Einschnitt, aber in den Zwanziger Jahren wuchs sein Ansehen rasch, insbesondere durch seine zweite Oper, Die Heilige Ente, deren durchschlagender Erfolg bei der Uraufführung (1923 unter George Szell) dazu führte, dass sie sofort von sechs weiteren Opernhäusern für die kommende Saison aufgenommen wurde und auch noch 1933 im Repertoire war.
Nach diesem und anderen Erfolgen, vor allem in Deutschland, wurde Gál 1929 zum Direktor der Musikhochschule in Mainz berufen. Die nächsten vier Jahre waren die glücklichste und arbeitsreichste Periode seines Lebens. Aber die Besetzung von Mainz durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 führte zur sofortigen Entlassung und zum Verbot jeglicher Veröffentlichungen und Aufführungen seiner Werke in Deutschland. Er kehrte nach Wien zurück, aber die politische Situation in Österreich wurde immer bedrohlicher, und gleich nach dem Einmarsch Hitlers im März 1938 floh Gál mit seiner Familie nach England, mit der Absicht, nach Amerika auszuwandern. Eine zufällige Begegnung mit Donald Francis Tovey führte ihn nach Edinburgh, wo sich die Familie beim Ausbruch des zweiten Weltkriegs niederließ und wo er schnell Fuß fasste. Aber Pfingsten 1940 brachte den nächsten Schlag: die Internierung als „feindlicher Ausländer“; erst 1945 konnte er eine feste Stelle als Dozent für Musik an der Universität Edinburgh bekommen. Er lebte in Edinburgh bis zu seinem Tod im Jahre 1987, schöpferisch tätig bis ins hohe Alter.
Aber im veränderten Klima der Nachkriegszeit konnte Gál seine frühere Position nicht wieder erlangen, und seine Musik wurde allzu selten aufgeführt und blieb sogar für seine treuesten Anhänger größtenteils unbekannt. Es ist wohl für seine Situation bezeichnend, dass er heute für seine Tätigkeit als Gelehrter und Lehrer eher bekannt ist — er verfasste Bücher über Brahms, Schubert, Schumann, Wagner und Verdi — als für seine Kompositionen. Hans Gáls oeuvre umfasst vier Opern, vier Symphonien, groß angelegte Kantaten und eine Vielzahl von Kammermusik-, Klavier- und Vokalwerken. Bis zum Ende seines langen Lebens hatte er rund 140 veröffentlichte Werke hinterlassen. Obwohl mehr als die Hälfte davon in Großbritannien komponiert wurde, blieb sein Werk — wie auch seine ganze kulturelle Identität — tief in der österreichisch-deutschen Tradition verwurzelt.
Sein Stil schöpft aus vielen verschiedenen Quellen dieser Tradition: aus der Klarheit, dem Witz und der formalen Meisterschaft der Wiener Frühklassik; aus romantischer Intensität, verbunden mit emotionaler Zurückhaltung; aus einer Schubert’schen Liebe zur Melodie, durchdrungen von einer Polyphonik, die von einer lebenslänglichen Beschäftigung mit den Werken J. S. Bachs herrührt, wie auch aus der komplexen Harmonik und erweiterten Tonalität der vor-seriellen Moderne des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Gál zweifelte weder an der weiterbestehenden Gültigkeit der Tonalität noch an der Möglichkeit, durch dieses Medium etwas Neues auszusagen. Die Tonalität war für ihn tatsächlich eine Voraussetzung für sinntragende Kommunikation in der Sprache der Musik, analog zur Grammatik und Syntax.
Gáls Musik kann auf vielen verschiedenen Ebenen empfunden werden. Einerseits klingt sie einfach, zusammenhängend und scheinbar unkompliziert, melodienreich und klar gestaltet. Aber sie ist gleichzeitig ungeheuer komplex und subtil in ihrer motivischen Struktur, ihrer kontrapunktischen Verwobenheit der melodischen Stimmen, ihrer erweiterten Tonalität und ihrer pikanten Harmonik, die bei jeder Wendung quer abweicht. Gáls Musik spricht mit einem starken österreichisch-deutschen Akzent, doch die Stimme ist im Wesentlichen die seine und unverwechselbar für jeden, der die Gelegenheit hat, sie kennenzulernen.

Details

Annette-Barbara Vogel (Violine) - Fulbert Slenczka (Violoncello) - Réne Lecuona (Klavier)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (28 Seiten Umfang mit Digipak)

Biografien

Annette-Barbara Vogel
Im Alter von vier Jahren erhielt Annette-Barbara Vogel ihren ersten Geigenunterricht von ihrem Vater. Mit elf Jahren wurde sie bereits als ”Jungstudentin” an der Folkwang-Hochschule Essen aufgenommen. In der Tonhalle Düsseldorf gab sie ihr Debüt im Alter von 12 Jahren. Sie studierte anschließend u.a. bei Herman Krebbers, Walter Levin, Henry Meyer, Pieter Daniel und Dorothy DeLay und erhielt ihr ”Artist Diploma” am College-Conservatory of Music in Cincinnati. An der Folkwang-Hochschule Essen legte sie ihre ”Künstlerischen Reifeprüfungen” in den Fächern Violine und Kammermusik sowie das ”Konzertexamen” jeweils ”mit Auszeichnung” ab. Sie ist inzwischen ganz Europa, Kanada, den USA und in Asien als Solistin und Kammermusikerin aufgetreten und war bei vielen Festivals zu Gast, unter anderem: Aspen, Chautauqua, Menuhin, Schleswig-Holstein, Kuhmo und Nova Scotia.
Außerdem gab sie Meisterkurse in Albanien, Deutschland, Kanada, Rumänien, Taiwan und den USA. Annette-Barbara Vogel hat mit einer Reihe von bekannten Musikern wie Pierre Amoyal, Ralf Gothoni, Bernhard Greenhouse, Arthur Grumiaux, Lord Yehudi Menuhin, Viktor Pikaisen und dem Tokyo String Quartet gearbeitet und ist mit renommierten Künstlern wie Charles Castleman, Patrick Demenga, Maria Kliegel, Juhani Lagerspetz, Vladimir Mendelssohn, Elsbeth Moser, Sandra Rivers, Dmitri Sitkovetzky und Peter Zazofsky aufgetreten.
Auf Empfehlung des Tokyo String Quartet war sie von 1994 bis 1995 ‘Artist-in-Residence’ und Mitglied des Monticello-Trio an der University of Virginia/Charlottesville. Von 1995 bis 1998 unterrichtete sie an der Folkwang-Hochschule in Essen und war Konzertmeisterin der Niederrheinischen Sinfoniker Krefeld, wonach sie Professor für Violine und Kammermusik an der University of Iowa, Iowa City wurde. Dort hat sie 2000 als künstlerische Leiterin das Festival ”MAGISTERRA! International Chamber Music Festival and Academy, Iowa” ins Leben gerufen.
Sie machte eine Reihe von Radio- und TV-Produktionen und Live-Mitschnitten bei fast allen deutschen Rundfunkanstalten und nahm für harmonia mundi und Cybele CDs auf.
Annette-Barbara Vogel ist Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe. Der DAAD, die Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn, der Kulturkreis im BDI, die Starling Foundation und die Ponto-Stiftung Frankfurt ermöglichten ihr die Weiterführung ihrer Studien im In- und Ausland. Sie spielt auf einer Violine von Lorenzo Storioni, die ihr freundlicherweise von der Kunststiftung NRW zur Verfügung gestellt wurde.

Fulbert Slenczka
stammt aus Heidelberg, wo er seinen ersten Cellounterricht von Anna von Bülow erhielt. Später studierte er bei Maria Kliegel, Christoph Richter und Karine Georgian. Ende der Achtziger Jahre ging er nach Amerika, um bei Janos Starker an der Indiana University in Bloomington zu studieren. Seine musikalische Ausbildung vertiefte er auch im kammermusikalischen Bereich beim Amadeus Quartett und dem Beaux Arts Trio.
Fulbert Slenczka ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, unter anderem des Cello-Wettbewerbs der Society of American Musicians in Chicago. Außerdem erhielt er Stipendien vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), BDI (Kulturkreis im Bundesverband der deutschen Industrie) und der Indiana University.
Fulbert Slenczka ist Solocellist an der Deutschen Oper am Rhein / Duisburger Philharmoniker. Neben dieser Tätigkeit konzertiert er solistisch und in Kammerkonzerten in Deutschland, im europäischen Ausland, im nahen Osten und in den USA und machte Rundfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen. Er spielt ein Cello von Andrea Postacchini aus dem Jahr 1822.

Réne Lecuona
ist Professor für Klavier an der University of Iowa (USA) und unterrichtet beim „Brevard Festival of Music“ in North Carolina. In zahlreichen Städten der USA spielt sie regelmäßig Solo- und Kammermusik-Rezitals. Ihr Carnegie Hall-Debüt gab sie 1993 mit der Mezzosopranistin Katherine Eberle, und vor kurzem spielte sie in der Goodman Hall im Lincoln Center mit der Sopranistin Rachel Joselson. Sie spielt häufig in Indiana als Mitglied des Meridian Trios, zusammen mit dem Geiger Davis Brooks und dem Cellisten Kurt Fowler. Als künstlerischer Botschafter der Vereinigten Staaten gab sie Konzerte und Meisterkurse in Argentinien, Peru, Ecuador sowie Trinidad und Tobago. Auch in Brasilien spielt sie Solo-Rezitals und gibt Meisterkurse.
Réne Lecuona erwarb den „doctor of music arts degree“ im Klavierspiel, und ihr wurde ein „performer’s certificate“ der Eastman School of Music verliehen. Sie erwarb „undergraduate” und „master’s degrees” an der Indiana University School of Music.
Ihre wichtigsten Lehrer waren Menahem Pressler vom Beaux Arts Trio, der späte György Sebök, Edward Auer und Rebecca Penneys. Réne Lecuona wuchs in Corning, New York auf und studierte viele Jahre Klavier bei Laurie Conrad aus Ithaca, New York. Réne Lecuona setzt sich sehr für die Musik des 20. Jahrhunderts ein und spielt als Solistin und auch als Kammermusikerin in Konzerten für das renommierte „Center for Music“ an der University of Iowa.
Ihr Repertoire an Werken des 20. und 21. Jahrhunderts umfasst einige Premieren von Werken lebender Komponisten. Sie hat viele CD-Aufnahmen gemacht.
Im Jahr 2000 gewann ihre Einspielung mit Kompositionen von Margaret Brouwer (CRI Label) den „Contemporary Art Music Burton Award“. Unlängst nahm sie mit der Sopranistin Rachel Joselson viele der Lieder von Arthur Honegger auf.

Kammermusikwerke von Hans Gál
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
USB-Stick CD

Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD) - zzgl. Versandkosten

Medium Information Preis
CD Kammermusikwerke von Hans Gál (CD)
EAN/UPC-Barcode: 809548007423
16,90 €
Inkl. ges. MWSt.
USB-STICK Kammermusikwerke von Hans Gál (USB-Stick)
18,90 €
Inkl. ges. MWSt.

  • Hörproben und Track-Downloads

    • Aus Sicherheitsgründen müssen Sie zum Anhören der Demos zuerst das reCAPTCHA bestätigen. Loggen Sie sich in Ihr Kundenkonto ein, um diese Vorkehrung zu umgehen.
    • For security reasons, to listen to the demos, first click on the reCAPTCHA ("I'm not a robot"). Please log in to your customer account to avoid this precaution.

Hörproben und Track-Downloads versandkostenfrei

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
Play FLAC
1) Sonata for Violin and Piano op. 17 - Patetico, molto moderato
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Annette-Barbara Vogel, Rene Lecuona
9:56
3,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Play FLAC
2) Sonata for Violin and Piano op. 17 - Allegretto un poco agitato
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Annette-Barbara Vogel, Rene Lecuona
6:57
2,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Play FLAC
3) Sonata for Violin and Piano op. 17 - Adagio molto espressivo
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Annette-Barbara Vogel, Rene Lecuona
9:46
3,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Play FLAC
4) Sonata for Violoncello and Piano op. 89 - Moderato ma agitato
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Fulbert Slenczka, Rene Lecuona
9:51
3,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Play FLAC
5) Sonata for Violoncello and Piano op. 89 - Poco vivace
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Fulbert Slenczka, Rene Lecuona
3:03
1,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Play FLAC
6) Sonata for Violoncello and Piano op. 89 - Adagio. Allegro energico
Komponist: Hans Gál (1890-1987)
Interpret(en): Fulbert Slenczka, Rene Lecuona
9:42
3,99 €
Inkl. ges. MWSt.
Gesamtspielzeit  49:15  
Kammermusikwerke von Hans Gál [Cybele 360901 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (228.64MB)
15,90 €
Inkl. ges. MWSt.

Komplettes Album herunterladen (Download) - mit PDF-Booklet (28 Seiten)

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo (228.64MB)
15,90 €
Inkl. ges. MWSt.

Inkl. ges. MWSt.