Künstlerprofil

Feedback CD11 - Johannes Fritsch: Damals-Triptychon

Verschiedene Interpreten

Erschienen: 2011

Katalog-Nummer: Cybele 960311

CD USB-Stick

Kurzbeschreibung

Zeitgenössische Musik aus dem Feedback Studio Köln, gegründet 1970 von Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar und David Johnson.

Beschreibung

Die CD 11 der Feedback-CD-Reihe widmet sich Fritschs musikalischem Triptychon Damals (1992), das sich aus den drei Kompositionen Das bittersüße Büchlein, Damals und Trio vom Ende zusammensetzt.
Das bittersüße Büchlein, eine Komposition für die seltene Besetzung Oboe, Akkordeon und Kontrabass, bezieht sich im Titel auf die Geschichte des bittersüßen Büchleins aus der Apokalypse und leitet in einer eigenartigen Klangwelt aus Flageoletts und hohen Tönen in das Motiv des Todes ein. Damals basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Samuel Beckett, das um die Erinnerungen an verschiedene Lebensabschnitte und Identitäten eines sterbenden Ichs kreist. Wie von Beckett vorgesehen, erklingt die Stimme des Sprechers in drei Versionen (etwa im Stereobild links – Mitte – rechts). Fritschs Komposition verbindet Becketts Text Silbe für Silbe mit bestimmten Tonhöhen, die von einer Orgel synchron mit den Worten zu spielen sind. Die Musik ordnet sich dem Text unter, den Fritsch von Schauspielern, wie z.B. Dieter Wernecke, sprechen ließ. Das Trio vom Ende ist auf Ausschnitte aus Damals komponiert. Die Melodie des Werkes für Bass, Altflöte und Schlagzeug folgt weitestgehend der ruhigen Sprachmelodie. Wenn in Damals die Musik sich dem Text bescheiden unterordnet, wird sie im Trio vom Ende zum gleichberechtigten Partner – „im Bestreben,“ so Fritsch, „mit Worten und Tönen den ruhigen Frieden des Endes zu empfinden“.
Das Triptychon steht stellvertretend für eine wichtige Facette von Fritschs spätem kompositorischen Schaffen: die Reduktion des Materials auf das Wesentliche. Vor allem in seinem Spätwerk ab den 1990er Jahren hat sich Fritsch darum bemüht, in „Klarheit und Bescheidenheit nur das Notwendigste und das Richtige zu sagen und diesen Inhalt in die angemessene Form zu bringen“.
Ob das Trio vom Ende als Abschluss der nach Fritschs Tod herausgebrachten Feedback-CD-Reihe ein „Ende“ oder doch einen „Übergang“ markiert soll hier nicht entschieden werden. Becketts Text jedenfalls ist, so Fritsch, als ein „Übergangstext“ zu verstehen.


Das Feedback Studio
Nach monatelanger Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen auf der Weltausstellung 1970 in Osaka fassten die drei Komponisten Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar und David Johnson den Entschluss, sich selbständig zu machen. 1970 riefen sie das Feedback Studio ins Leben: ein unabhängiges, privates elektronisches Studio. Ein Jahr später gründeten Fritsch und Gehlhaar mit dem Feedback Studio Verlag den ersten deutschen Komponistenverlag. Studio und Verlag befanden sich im Belgischen Viertel in Köln in einem Hinterhaus, wo Fritsch sich 1967 unter dem Dach ein Privatstudio eingerichtet hatte. Sowohl Studio als auch Verlag verstanden sich nicht als ein kommerzielles Unternehmen, sondern vielmehr als eine Künstlerkooperative und ein alternatives Zentrum für Musik. Der Verlag vertrat bis zu 300 Kompositionen von 20 Komponisten. Sein Programm umfasste neben elektronischen und live-elektronischen Werken, Computerkompositionen und Werken für großes Orchester vor allem Kammermusik, etwa der Komponisten Klarenz Barlow, Michael von Biel, Peter Eötvös, Johannes Fritsch, Rolf Gehlhaar, Caspar Johannes Walter und vielen mehr. Die Schriftenreihe Feedback Papers, insgesamt 46 Hefte bzw. Bücher, dokumentieren in Nachrichten, Informationen, Projektbeschreibungen, Analysen und Aufsätzen nicht nur die Geschichte des Feedback Studios, sondern geben einen eigenen Blick auf die Geschichte der Neuen Musik, abseits der philharmonischen Hauptwege und etablierten Festivals.
Nach Fritschs Tod 2010 wurde der Feedback Studio Verlag aufgelöst. Noch vorrätige Feedback Papers und CDs sind in die edition johannes fritsch übergegangen (www.editionjohannesfritsch.de). Alle historischen Dokumente wie Materialbänder, Tonbandaufzeichnungen von Hinterhausmusiken, Korrespondenzen oder historische Apparate befinden sich im Musikarchiv der Akademie der Künste (www.adk.de) in Berlin.

Details

Track 1: Trio Akkobasso (Amy K. Goeser, Oboe – Heike Storm, Akkordeon – Eberhard Maldfeld, Kontrabass)
Track 2: Dieter Wernecke (Sprecher), Bernhard Haas (Orgel)
Track 3: Stephen Grant (Bariton), Camilla Hoitenga (Altflöte), Jonny Axelsson (Schlagzeug)


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (20 Seiten Umfang mit Digipak)


Gefördert von der Kunststiftung NRW

Biografien

Johannes Fritsch (1941-2010)
wurde am 27.7.1941 in Bensheim-Auerbach (Bergstraße) geboren, Studium an Universität und Musikhochschule Köln (Musikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Viola, Komposition bei B.A. Zimmermann), während des Studiums Aushilfstätigkeit in verschiedenen Orchestern, Teilnahme am Hochschulwettbewerb (1963) und künstlerische Reifeprüfung (1965) im Fach Viola. Teilnahme an den Internationalen Ferienkursen in Darmstadt und an den Kölner Kursen für Neue Musik. 1965-70 Lehrer für Musiktheorie am Konservatorium der Stadt Köln.
1964-70 Mitglied des Stockhausen-Ensembles, zahlreiche Konzertreisen, Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen, 1970 Weltausstellung Osaka. 1966 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1971 Preis der Biennale Paris, 1976 Villa Massimo Rom, 1977 Förderpreis der Stadt Köln, Kammermusikpreis der Stadt Braunschweig, 1981 Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf.                                                       
1970 Gründung des Feedback Studio Köln zusammen mit Rolf Gehlhaar und David Johnson, Veranstaltung von Hinterhausmusiken im Feedback Studio. 1971 Feedback Studio Verlag (erster deutscher Komponistenverlag). 1974-98 im Vorstand des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt. 1979, 1982, 1984 und 1986 Veranstalter der WELTMUSIK-Kongresse in Vlotho (zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Musik NRW und dem Westdeutschen Rundfunk). 1971-84 Leiter einer Kompositionsklasse und des Seminars für Neue Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, gleichzeitig Lehrauftrag für Allgemeine Harmonik und Medienästhetik an der Musikhochschule Köln. Dozent bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt 1974, 1984 und 1986. 1984-2006 Professor für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln. Herausgeber der Feedback Papers und, zusammen mit Dietrich Kämper, der Kölner Schriften zur Neuen Musik (Schott Verlag). Zahlreiche musiktheoretische Veröffentlichungen, mehr als 120 Kompositionen aller Gattungen.
Schriften- und Werkverzeichnis sowie weitere Informationen zu Fritschs Nachlass im Internet. (www.editionjohannesfritsch.de)

Feedback CD11 - Johannes Fritsch: Damals-Triptychon (1992)
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
USB-Stick CD

Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
CD Feedback CD11 - Johannes Fritsch: Damals-Triptychon (CD)
EAN/UPC-Barcode: 809548013721
16,90 €
USB-STICK Feedback CD11 - Johannes Fritsch: Damals-Triptychon (USB-Stick)
15,90 €

Hörproben und Track-Downloads

FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Das bittersüsse Büchlein (1992) für Oboe, Akkordeon und Kontrabass
Komponist: Johannes Fritsch (1941-2010)
Interpret(en): Trio Akkobasso: Amy K. Goeser, Heike Storm, Eberhard Maldfeld
12:17
4,99 €
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2) Damals (1992) für Sprecher (Tonband) und Orgel
Komponist: Johannes Fritsch (1941-2010)
Interpret(en): Dieter Wernecke, Bernhard Haas
43:13
14,99 €
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3) Trio vom Ende (1992) für Bariton, Altflöte und Schlagzeug
Komponist: Johannes Fritsch (1941-2010)
Interpret(en): Stephen Grant, Camilla Hoitenga, Jonny Axelsson
14:24
4,99 €
Gesamtspielzeit  69:54  
Feedback CD11 - Johannes Fritsch: Damals-Triptychon (1992) [Cybele 960311 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (245.89MB)
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