Klavierwerke um den Russischen Futurismus Vol. 3

Thomas Günther

Erschienen: 2016

Katalog-Nummer: Cybele SACD 161403

Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound USB-Stick
6CH

Kurzbeschreibung

In den 1920er Jahren erlebt die junge sowjetische Kunstszene eine Phase relativer Freiheit, ein viel versprechendes Talent ist Alexander Mosolov (1900-1973), dessen künstlerischer und biographischer Werdegang besonders eng und tragisch mit den politischen Entwicklungen dieser Zeit verwoben ist.

Beschreibung

Die dritte Folge der SACD-Reihe „Klavierwerke um den russischen Futurismus“ ist ganz dem Komponisten Alexander Mosolov (1900–1973) gewidmet. Mosolovs Leben und Schaffen ist auf besonders tragische Weise mit den politischen Entwicklungen in der jungen Sowjetunion verknüpft. Seine Kompositionen aus den 1920er Jahre zeigen ihn voll auf der Höhe der internationalen modernen Musik und einige dieser Werke können als „Vorzeigekompositionen“ für die aktuell diskutierte ästhetische Konzeption des „Konstruktivismus“ gelten. Im Zuge der gewaltsamen Umgestaltung der sowjetischen Gesellschaft unter Stalin gerät Mosolov wiederholt ins Visier der Staatsgewalt und wird dann zum Opfer des stark angestiegenen Disziplinierungsdrucks.


Die 1920er Jahre sind die Phase der „Revolutionskultur“, in der mit emsiger Geschäftigkeit eine Vielzahl von Experimenten betrieben wurden, die den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt vorantreiben sollten. Davon sind nun auch die künstlerischen Konzepte betroffen und der Aufbruchsenthusiasmus dieser Frühphase der Sowjetunion ist von einer charakteristischen Anverwandlung und Umdeutung des futuristischen Ideenguts der Vorkriegsavantgarde geprägt. In dieser betriebsamen Atmosphäre tritt mit Alexander Mosolov ein Komponist an die Öffentlichkeit, der als Sympathisant der ersten Stunde den revolutionären Gedanken auch politisch mit trägt. Dem betont revolutionären Gestus der Zeit scheint auch Mosolovs jugendlich hitziges Temperament ideal zu entsprechen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelt er sich zu einem „Enfant terrible“ der Kunstszene das durch seinen zynischen Humor, Impulsivität und Aggressivität den Widerspruch der Öffentlichkeit provoziert. Diese charakterliche Disposition verweist gleichzeitig auf seine Zugehörigkeit und Affinität zur Generation der sowjetischen Jugend deren fundamentale Zweifel, Ängste und Zerrissenheit in seinen frühen Klavierkompositionen ebenfalls fühlbar werden.


Dass Mosolovs Klaviersonaten auch eine individuelle psychologisch, „verarbeitende“ Dimension besitzen ist oft betont worden. Die vier zwischen 1923 und 1925 entstandenen, noch während seiner Studienzeit am Moskauer Konservatorium geschriebenen Stücke sind ein kompositorisches Kompendium. Sie enthalten eine reiche Fülle von Einfällen und bezeugen ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis. Ähnlich wie bei seinem Kompositionslehrer Nikolas Mjaskowsky scheinen sich seine Erfahrungen aus der aktiven Teilnahme an Revolution und Bürgerkrieg auf seinen Sonatenzyklus niedergeschlagen zu haben. Mosolovs charakteristischer, unbeschönigter und offensiver Umgang mit der nur bedingt heroischen Revolutionswirklichkeit und der ebenfalls unsicheren Entwicklung der frühen 1920er Jahre schlägt sich deutlich im Klanggestus dieser Werke nieder. Sie enthalten aber auch bereits die Stilmittel des Ostinatos und der folkloristischen Färbung, die der Komponist späterhin als Reaktion auf offizielle ästhetische Diskussion und den wachsenden politischen Druck zur Stilverwandlung nutzte.


Der Pianist Thomas Günther (Folkwang-Hochschule Essen), liefert hier die dritte SACD-Einspielung eines Repertoires ab, mit dem er sich seit vielen Jahren intensiv auseinandergesetzt hat. In Co-Produktion mit dem Deutschlandfunk entsteht so die erste umfängliche Bestandsaufnahme dieser „Klavierwerke um den russischen Futurismus“ auf Tonträgern. Neben dem reinen Repertoirewert stellt sie als Summe der Erfahrung und der forschenden Beschäftigung eines einzelnen Interpreten auch ein einzigartiges künstlerisches Dokument dar.

Details

Thomas Günther (Klavier, Steinway D Flügel)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (60 Seiten Umfang mit Digipak)


 


Eine Co-Produktion mit Deutschlandfunk




Gefördert durch die Kunststiftung NRW


 



Biografien

Thomas Günther
erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Folkwang-Hochschule Essen und an der Hochschule der Künste Berlin. Wichtige Anregungen verdankt er außerdem den Schnabel-Schülern Maria Curcio (London) und Konrad Wolff (New York). 1980 wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen, gewann 1981 den Folkwang-Wettbewerb und trat 1983 erstmals als Solist bei den Berliner Festwochen auf. In den folgenden Jahren gab Thomas Günther sein Debut in der Berliner Philharmonie mit Beethovens 5. Klavierkonzert und gastierte bei weiteren nationalen und internationalen Festivals: den „Duisburger Akzenten“, den „Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik“, dem “Autunno musicale“ in Venedig, dem „Festival de musique contemporaine d’Evreux“, dem “Rheinischen Musikfest“ und den „Europäischen Kulturtagen“ in Karlsruhe. Darüber hinaus führten ihn Konzertreisen bis nach Südamerika und China.
Programmschwerpunkte sind, neben dem klassischen Repertoire, u.a. Werke russischer Futuristen (Protopopov, Wyshnegradsky, Lourié, Roslavetz, Mosolov, Obouchov) sowie zumeist unbekannte bzw. vergessene Klaviermusik der deutsch-jüdischen Exilgeneration und des Kreises um Schönberg (Kahn, Wolpe, Schulhoff, Klein, Haas, Spinner u.a.). Unter den Komponisten, die ihm Uraufführungen anvertrauten, waren u.a. John Cage („ONE“ for piano), Dieter Schnebel und Juan Allende-Blin.
Seit Ende der 80er Jahre liegt ihm die Beschäftigung mit der Klaviermusik Bachs sowie mit Fragen ihrer Interpretation auf dem Klavier besonders am Herzen. Er trat mit Gesamtaufführungen des „Wohltemperierten Klaviers“, der “Klavierübung II“ und der „Goldberg-Variationen“ in mehreren deutschen Großstädten auf. Wiederholt hielt er Workshops zu diesem Thema ab. Die Begegnung mit einem „Johann Baptist Streicher“-Hammerflügel aus dem Jahr 1848 führte zu erneuter intensiver Auseinandersetzung mit dem Sonatenwerk Franz Schuberts. Darüber hinaus ist Thomas Günther ein engagierter Kammermusiker in unterschiedlichen Besetzungen. Mit dem Geiger Johannes Prelle führte er Ende der 1990er Jahre alle Beethoven-Sonaten für Klavier und Violine auf.
Thomas Günther ist Professor für Klavier an der Folkwang-Hochschule in Essen.

Auszeichnungen

Preis der deutschen Schallplattenkritik (Longlist 3/2016, Kategorie Klaviermusik)

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Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
SACD Klavierwerke um den Russischen Futurismus Vol. 3 (Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound)
EAN/UPC-Barcode: 809548014926
19,90 €
USB-STICK Klavierwerke um den Russischen Futurismus Vol. 3 (USB-Stick)
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Hörproben und Track-Downloads

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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Sonate Nr. 2 in h-Moll op. 4 (1923/1924) - I. Sonata: Andante non troppo
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
8:37
1,99 €
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2) Sonate Nr. 2 in h-Moll op. 4 (1923/1924) - II. Adagio: Espressivo, sostenuto e severo (Allegretto)
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
6:19
1,99 €
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3) Sonate Nr. 2 in h-Moll op. 4 (1923/1924) - III. Final: Allegro tumultuoso, infernale
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
5:49
0,99 €
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4) Sonate Nr. 1 in c-Moll op. 3 (1924) - Lento lugubre e sostenuto, Lugubre. Allegro non troppo, Lento sostenuto
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
9:46
2,99 €
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5) Zwei Nocturnes für Klavier op. 15 (1926) - I. Elegiaco, poco stentato
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
2:43
0,69 €
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6) Zwei Nocturnes für Klavier op. 15 (1926) - II. Adagio
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
2:58
0,69 €
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7) Sonate Nr. 4 op. 11 (1925) - Presto, Lento. Elevato
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
8:36
1,99 €
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8) Sonate Nr. 5 in d-Moll op. 12 (1925) - I. Lento grave, Andante liberamente
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
4:45
0,99 €
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9) Sonate Nr. 5 in d-Moll op. 12 (1925) - II. Elegia: Lento, Andante
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
4:45
0,99 €
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10) Sonate Nr. 5 in d-Moll op. 12 (1925) - III. Scherzo marciale: Presto, con fuoco
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
2:43
0,69 €
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11) Sonate Nr. 5 in d-Moll op. 12 (1925) - IV. Adagio languente e patetico: Lento
Komponist: Alexander Mosolov (1900-1973)
Interpret(en): Thomas Günther
7:59
1,99 €
Gesamtspielzeit  65:00  
Klavierwerke um den Russischen Futurismus Vol. 3 [Cybele SACD 161403 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (249.30MB)
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FLAC 24bit 96kHz 5.1 Surround (3,180.14MB)
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DSD 1bit 2.8224MHz 5.1 Surround (7,884.39MB)
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