Jacqueline Fontyn: Orchesterwerke

Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn

Erschienen: 2008

Katalog-Nummer: Cybele SACD 860601

Hybrid-SACD Stereo+5.0ch Surround Sound USB-Stick
5CH

Kurzbeschreibung

Die 1930 geborene Belgierin Fontyn zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponistinnen. David Porcelijn dirigiert die Janáček-Philharmonie Ostrau.

Beschreibung

In ON A LANDSCAPE BY TURNER (1992) – einer Auftragskomposition vom Antwerpener Orchester „De Filharmonie“ – folgt auf eine kurze Einleitung, in der Röhrenglocken erklingen, ein sehr statischer Teil: Entwicklung entsteht aus Verwandlungen, Bewegung breitet sich nur langsam aus, bevor sie sich zu einer großen Klimax steigert. Es schließt sich eine kontrastreiche, fein gezeichnete Passage an, in der Resonanzinstrumente wie Vibraphon, Harfe und Celesta dominieren. Dann kehren einige Fragmente des ersten Teils wieder, streben erneut einem Gipfel zu, um sich dann überraschend, wie jäh abgeschnitten, aufzulösen und einem heiteren Schluss das Feld zu überlassen. Ein letztes Glockenmotiv kündet davon, dass der Kreis nun geschlossen ist. Das Werk ist dem rumänischen Komponisten Sigismund Toduta gewidmet.


AU FIL DES SIECLES (2001), eine Auftragskomposition zum 500-jährigen Bestehen des Orchesters des Staatstheaters Kassel, erinnert in seinen sehr unterschiedlichen Teilen an die markante Geschichte des Orchesters, die in einen frei erfundenen, pseudo-historischen Zusammenhang gebracht wird.
Das Ende des Stücks bildet die Bearbeitung einer Motette, deren Komposition in die Zeit zurückführt, in der das Orchester noch „Landgräfliche Hofkapelle Kassel“ hieß. Es ist der Musikwissenschaftlerin Susanne Cramer und ihrer Forschungsarbeit „Johannes Heugel (ca. 1510-1584/85), Studiën zu seinen lateinischen Motetten“ zu verdanken, dass heute 15 Motetten aus der Zeit um 1570 vorliegen. Aus ihnen wurde für „Auf fil des siècles“ die Motette „Quid mea musa canet“ ausgewählt, eine Motette, die anlässlich der Feiern zu einem Jahreswechsel von Landgraf Wilhelm IV und seiner Gattin Sabine in Auftrag gegeben wurde. Durch seine große rhythmische und harmonische Vielfalt eignet sich die Motette besonders gut, das Werk zu beschließen und den zeitlichen Bogen zu spannen, durch den zwei so unterschiedliche, musikalische Sprachen harmonisch aufeinander bezogen werden können.


L’ANNEAU DE JADE (1996) zeichnet sich durch einen heiteren und eher meditativen Charakter aus. Der Anfang – und der Titel – sind von Gongschlägen aus dem Tempel des Himmels in Peking inspiriert. Die Komposition, eine Auftragsarbeit für den STV (Schweizerischer Tonkünstler-Verein), entstand unter dem Eindruck einer China-Reise, die Jacqueline Fontyn im Jahre 1995 unternahm.
Die im wesentlichen lineare Schreibweise – Unisoni und polyphone Melodien – lässt Raum für Dialoge von Solo-Instrumenten, harmonische Sequenzen und sich immer dichter und bewegter überlagernden Spielweisen. Das Ganze schließt mit einem, von der Komponistin so geschätzten und virtuos beherrschten, kurzen Rückgriff auf den Anfang.


QUATRE SITES (1977) ist eine Auftragskomposition für den Grafen Yves de Monceau de Bergendael, dem Senator und Bürgermeister von Ottignies-Louvain-La-Neuve, aus Anlass der Hundertjahrfeier der Errichtung des Rathauses.
Der erste Satz lässt eine ländliche Atmosphäre entstehen, auf die im zweiten Satz ein lärmendes Durcheinander mit explosiven Zügen folgt, das Assoziationen mit dem turbulenten Leben einer Universitätsstadt hervorruft. Der dritte Satz betreibt eine konsequente Gegenüberstellung von lautstarken Ausbrüchen sowie obstinate und etwas lakonische Elemente. Der lyrische Charakter des vierten Satzes wird immer wieder von energischen Appellen der Blasinstrumente und der Wiederkehr anfänglicher Motive unterbrochen. Er erscheint wie ein zusammengesetztes Erinnerungsbild des ganzen Werkes. Quatre sites wurde 1987 mit dem „Prix Musical International Arthur Honegger“ der Fondation de France in Paris ausgezeichnet.

Details

Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava
David Porcelijn (Dirigent)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch (28 Seiten Umfang mit Digipak)

Biografien

Jacqueline Fontyn
wurde in Antwerpen geboren. Bereits nach ihrem fünften Geburtstag erhält sie von dem russischen Pädagogen Ignace Bolotine täglich Klavierunterricht. Er ermutigt
sie, ihre Musikimprovisationen am Klavier weiterzuentwickeln.
Mit vierzehn Jahren beschließt Jacqueline Fontyn, Komponistin zu werden. Zunächst studiert sie Komposition bei Marcel Quinet. Später setzt sie ihre Ausbildung bei Max Deutsch in Paris fort. 1956 besucht sie die Dirigierklasse von Hans Swarowsky an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien.
Von 1963 bis 1970 ist sie als Professorin für Musiktheorie am Antwerpener Konservatorium tätig, lehrt Komposition am Königlichen Konservatorium in Brüssel von 1970 bis 1990. Sie hält regelmäßig Gastvorträge und Meisterklassen an Universitäten und Musikhochschulen in der ganzen Welt.
Jaqueline Fontyns Werkverzeichnis umfasst mehr als einhundert Kompositionen: Werke für Orchester, die u.a. von dem Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem Philharmonischen Orchester von Rotterdam, der Dresdner Philharmonie, dem Orchester des Saarländischen Rundfunks, dem Orchestre de Radio France und dem Orchester Radio Prag unter der Leitung von Dirigenten wie Jean Sébastien Béreau, Patrick Davin, Robert Groslot, René Gulickers, Bernhard Haitink, Wolfgang Hentrich, Peter Hirsch, Sylvain Maillard, Norbert Nozy, Adrian Stern, Daniel Sternefeld aufgeführt wurden.
Darüber hinaus schreibt sie Kammermusik sowie Vokal- und Instrumentalmusik, die u.a. von Annelie Deman, Volker Höh, Kolja Lessing, Christel Nies, Jenny Spanhoghe, Philippe Terseleer, Françoise Vanhecke and Erika Waardenburg aufgeführt wurden.
Zu den wichtigsten Auszeichnungen, die Jacqueline Fontyn für ihr kompositorisches Schaffen erhalten hat, zählen u.a. der Peis „Oscar Espla“ (1962, Spanien) und zweimal der Gedok-Preis in Mannheim (1961/1966). Mehr als 40 Auftragswerke entstanden in der Folge. Häufige Aufführungsanfragen von Solisten und Ensembles gehen mit ihnen einher.
1993 wird Jacqueline Fontyn vom belgischen König in Anerkennung ihrer künstlerischen Verdienste geadelt. (www.jacquelinefontyn.be)


Das Janácek Philharmonie Orchester
wurde 1954 gegründet und ging hervor aus dem Radio Orchester. Seit der ersten Auslandstour besuchte es nahezu ganz Europa, darüber hinaus die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Südkorea, Taiwan und Australien. Viele bedeutende tschechische und ausländische Gäste formten das künstlerische Profil des Orchesters, das charakterisiert werden kann durch das traditionelle, volle und kräftige Timbre. Das Orchester arbeitete mit Dirigenten wie Václav Neumann, Zdenek Mácal, Charles Mackerras, Serge Baudo, Helmuth Rilling und mit Solisten wie Josef Suk, Lazar Berman, János Starker, Placido Domingo, José Carreras, Montserrat Caballé und anderen. Das Janácek Philharmonie Orchester, welches seinem Namen treu geblieben ist, spielt häufig Werke Leos Janáceks und anderer bedeutender tschechischer Komponisten wie beispielsweise Antonin Dvoráks, Bedrich Smetanas oder Bohuslav Martinus und veröffentlichte zahlreiche CDs bei internationalen Labels.
Seit den Neunzigern widmet sich das Orchester der Interpretation der nationalen und internationalen sogenannten zeitgenössischen Musik. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für neue Musik in Ostrava organisiert das Orchester verschiedene Sommerfestivals und Workshops, die gedacht sind für junge Künstler aus der ganzen Welt. Das Orchester erlangte internationale Anerkennung auf Festivals avantgardistischer Musik in Prag, Warschau und Berlin. (www.jfo.cz)


David Porcelijn
Unter den Dirigenten deren Bekanntheitsgrad die europäischen Grenzen überschreitet nimmt David Porcelijn ganz sicher einen gewichtigen Platz ein. Er studierte Flöte, Barockflöte, Komposition und Dirigieren am Royal Music Conservatory in Den Haag, seine Studien setzte er im Anschluss in Genf dank eines Stipendiums fort. Er war Professor für Dirigieren an den Konservatorien in Amsterdam, Utrecht und Sydney. In seiner Laufbahn war er unter anderem Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Adelaide Symphony Orchestra und des Tasmanian Symphony Orchestra. Des weiteren hat er häufig das Sydney Symphony Orchestra dirigiert.
Nachdem er mehrere Jahre auf verschiedenen Kontinenten dirigiert hatte ist er nach Europa zurückgekehrt um u.a. mit Orchestern wie dem Bergen Philharmonic Orchestra, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem NDR Radio-Philharmonie Orchester Hannover und dem Polish National Radio Symphonie Orchestra zu arbeiten. Er ist regelmäßiger Gastdirigent bei dem BBC Symphony Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra und beim Philharmonia Orchestra mit dem er die Konzertreihe „Musik von heute“ initiiert hat.
Er hat über zwanzig CDs mit zeitgenössischer niederländischer und australischer Musik aufgenommen, aber auch traditionelles Repertoire oder Werke wie z.B. „Eclairs de l’Au-delà“ von Olivier Messiaen, diese Einspielung erhielt den Preis der besten australischen Aufnahme des Jahres 1994.
Vor über 15 Jahren haben sich Jacqueline Fontyn und David Porcelijn in Australien während eines Konzerts in Sydney kennen gelernt, welches David Porcelijn in der Concert Hall de Sydney dirigierte und dabei zufällig Jacqueline Fontyn bei der Durchreise nach Neuseeland traf.

Auszeichnungen

neue musikzeitung - Die Topliste der nmz-Schallplattenkritiker für das Jahr 2009 (Kategorie Neue Musik)

Jacqueline Fontyn: Orchesterwerke
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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) ON A LANDSCAPE BY TURNER (1992)
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
14:50
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2) AU FIL DES SIECLES (2001)
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
13:27
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3) L`ANNEAU DE JADE (1996)
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
12:26
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4) QUATRE SITES (1977) - I. Molto lento
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
5:10
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5) QUATRE SITES (1977) - II. Vivacissimo
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
4:33
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6) QUATRE SITES (1977) - III. Ohne Bezeichnung
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
4:18
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7) QUATRE SITES (1977) - IV. Furioso
Komponist: Jacqueline Fontyn (1930-)
Interpret(en): Janácek Philharmonic Orchestra Ostrava, David Porcelijn
4:30
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Gesamtspielzeit  59:14  
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