Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959

Thomas Günther

Erschienen: 2006

Katalog-Nummer: Cybele SACD 140402

Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound USB-Stick
6CH

Kurzbeschreibung

Thomas Günther spielt Schuberts späte Sonaten auf einem originalen Streicher-Hammerflügel von 1848: "Das hochkarätige Instrument trifft hier auf einen ebenbürtigen Interpreten" und wird "mit modernster fünfkanaliger SACD-Technik höchst lebendig und authentisch eingefangen" (Hagener Rundschau).

Beschreibung

Ende der 1970er Jahre wurde ich als junger Klavierstudent Zeuge einer Darbietung besonderer Art: eines Hammerflügelkonzerts mit einem renommierten österreichischen Pianisten, der als Pionier auf dem Gebiet galt. Der Flügel war, wie ich dem Plattencover der zur selben Zeit entstandenen Einspielung entnehme, ein Brodmann aus Wien von 1815, ein Instrument mit fünf Pedalen – neben der „Verschiebung“ und dem „Fortepedal“ gab es noch den „Moderator“, die „Schnarrleiste“ und den „Janitscharenzug“, ein martialisch klingendes Perkussionsregister mit Trommel und Becken.
Auf dem Programm standen neben Werken von Beethoven (opp. 90 und 126) Schuberts Moments musicaux und die große Sonate in B Dur D 960. Der Künstler moderierte den Abend mit viel Temperament und Wiener „Schmäh“, kommentierte nicht nur die vorgetragenen Werke, sondern erläuterte auch das Instrument und die Idee der authentischen Interpretation.
An den Klangeindruck erinnere ich mich nur vage, wahrscheinlich kam mir alles eher kurios bis skurril vor; meine Reaktion auf diese erste Begegnung mit dem „Originalklang“ schwankte zwischen Befremden und Faszination. Als der Pianist am Schluss mit Mozarts Rondo alla turca den Janitscharenzug ordentlich krachen ließ, überkamen mich Zweifel an der Seriosität der ganzen Veranstaltung...
Die „historische Aufführungspraxis“ bzw. das Spiel auf „Originalinstrumenten“ hatte damals noch nicht die heutige Selbstverständlichkeit. Sie war mir zudem als Studienanfänger fremd und leicht suspekt; irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier aus der Not eine Tugend gemacht wurde – der spezifische Reiz sowohl der Idee als auch des Instrumentes als solchem erschloss sich mir noch nicht. Und so blieb das Erlebnis für lange Zeit eine folgenlose Episode.
Erst circa 20 Jahre später sollte ich mit reiferem Bewusstsein Pianisten wie Andreas Staier oder Malcolm Bilson lauschen – und nun machte die Verbindung von Instrument, Literatur und dem spezifischen pianistischen Ansatz Sinn!
Die erste leibhaftige Begegnung mit einem Hammerflügel geschah Anfang Juli 2004. Es war der wunderbare J. B. Streicher der vorliegenden Aufnahme. Ich hatte zugesagt, zur Vorstellung des restaurierten Flügels Schuberts A Dur Sonate D 959 aufzuführen. Die erste Tastenberührung war fast ein Schock! Im Studium hieß es immer, dass die alten Instrumente eine sehr leichtgängige Mechanik gehabt hätten, und so überraschte es mich, wie viel Kraft erforderlich war, dem Flügel Töne zu entlocken. Zwar fiel gleich die große Sonorität des Instrumentes auf, die Wärme im Diskant, der gewaltige, der Größe entsprechende Bass und die sprechenden Mittellagen. Doch wollten die Töne partout nicht zuverlässig so klingen, wie ich sie hören wollte, besonders im Piano (der oben erwähnte Moderator, eine Filzleiste, die sich zwischen Hämmer und Saiten schieben lässt und so einen sehr zarten, leicht näselnden Ton erzeugt, war 1848 längst nicht mehr üblich). Und so waren es sehr gemischte Gefühle, die ich bei der Aufführung der großen Sonate auf diesem Instrument drei Tage später hatte. Die Darbietung schien mir durch die – wie ich es damals empfand – Unzulänglichkeiten des Instrumentes beeinträchtigt. Zu meiner Überraschung waren die Anwesenden von dem Klang aber ganz hingerissen!
So reifte die Idee, den schönen und eindrucksvoll klingenden Flügel durch eine SACD Einspielung einem größeren Publikum zu präsentieren.

Details

Thomas Günther (Historischer Hammerflügel von Johann Baptist Streicher, 1848)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (28 Seiten Umfang mit Digipak)

Biografien

Thomas Günther
erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Folkwang-Hochschule Essen und an der Hochschule der Künste Berlin. Wichtige künstlerische Anregungen verdankt er außerdem den Schnabel-Schülern Maria Curcio (London) und Konrad Wolff (New York). 1982 wurde Thomas Günther in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen; 1983 trat er erstmals als Solist bei den Berliner Festwochen auf. In den folgenden Jahren gab er sein Debüt in der Berliner Philharmonie mit Beethovens 5. Klavierkonzert und gastierte bei weiteren Festivals: den Duisburger Akzenten, den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik, dem Autunno musicale in Venedig, dem Festival de musique contemporaine d’Evreux, dem Rheinischen Musikfest und den Europäischen Kulturtagen in Karlsruhe. Darüber hinaus führten ihn Konzertreisen bis nach Südamerika. Programmschwerpunkte sind u.a. Werke russischer Futuristen (Protopopov, Wyshnegradsky, Lourié, Roslavetz, Mosolov, Obouchov) sowie zumeist unbekannte bzw. vergessene Klaviermusik der deutsch-jüdischen Exilgeneration und des Kreises um Schönberg (Kahn, Wolpe, Schulhoff, Klein, Haas, Spinner u.a.). Unter den Komponisten, die ihm Uraufführungen anvertrauten, waren u.a. John Cage (ONE for piano), Dieter Schnebel und Juan Allende-Blin. Seit Ende der 80er Jahre liegt ihm die Beschäftigung mit der Klaviermusik Bachs sowie mit Fragen ihrer Interpretation auf dem Klavier besonders am Herzen. Er trat mit Gesamtaufführungen des Wohltemperierten Klaviers, der Klavierübung II und der Goldberg-Variationen in verschiedenen deutschen Großstädten hervor. Wiederholt hielt er Workshops zu diesem Thema ab. Ein glücklicher Umstand eröffnete einen weiteren musikalischen Horizont, die Bekanntschaft mit einem wundervollen Streicher-Flügel von 1848. Thomas Günther spielte bei Cybele mehrere Super Audio CDs ein, u.a. die Klavierwerke von Juan Allende-Blin sowie eine Auswahl aus Klavierstücken von Robert Schumann für das Super Audio CD-Hörbuch Ich möchte lachen vor Todesschmerz – Robert Schumanns letzter Weg von Vera Forester, die er ebenfalls auf dem historischen Streicher-Flügel interpretiert. Seit 1990 lehrt er an der Folkwang-Hochschule in Essen.

Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959
Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959
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Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
SACD Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959 (Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound)
EAN/UPC-Barcode: 809548010928
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USB-STICK Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959 (USB-Stick)
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Hörproben und Track-Downloads

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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Sonate a-Moll D 845 op. 42 (1825) - Moderato
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
11:23
3,99 €
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2) Sonate a-Moll D 845 op. 42 (1825) - Andante poco moto
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
10:58
3,99 €
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3) Sonate a-Moll D 845 op. 42 (1825) - Scherzo. Allegro vivace, Trio. un poco più lento
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
7:29
2,99 €
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4) Sonate a-Moll D 845 op. 42 (1825) - Rondo. Allegro vivace
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
5:08
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5) Sonate A-Dur D 959 op. posth. (1828) - Allegro
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
14:57
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6) Sonate A-Dur D 959 op. posth. (1828) - Andantino
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
6:47
2,99 €
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7) Sonate A-Dur D 959 op. posth. (1828) - Scherzo. Allegro vivace, Trio. un poco più lento
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
5:00
1,99 €
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8) Sonate A-Dur D 959 op. posth. (1828) - Rondo. Allegretto
Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Interpret(en): Thomas Günther
11:25
3,99 €
Gesamtspielzeit  73:07  
Franz Schubert: Klaviersonaten a-Moll D 845 und A-Dur D 959 [Cybele SACD 140402 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (328.50MB)
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DSD 1bit 2.8224MHz 5.1 Surround (8,870.77MB)
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