1. APRIL 2017

Günther Becker und das Klavier - Edition Künstler im Gespräch Vol. 6

sowie Aufnahmen mit der Originalstimme von Günther Becker (1924-2007)

Das Magische ist in meiner Psyche immanent (Günther Becker)

MUSIK (45:08 Min.): Benjamin Kobler & Laura Alvarez, Steinway D Piano;

SPRACHE (138:43 Min.): Günther Becker O-Töne (1984, 1999); Mirjam Wiesemann im Gespräch mit Ruth Becker (2011) und Rainer Peters (2015); Oskar Gottlieb Blarr: Geburtstagsbrief für Günther Becker von 1994 (2015)

Eine Co-Produktion mit Deutschlandfunk.

Günther Becker, seine Persönlichkeit und sein Werk in wenigen Worten zu beschreiben ist kaum möglich. Er war ein schillernder, vielseitiger Mensch und Künstler. Der langjährige Freund und Musikerkollege Beckers, der Oboist, Musikwissen­schaftler und Redakteur Rainer Peters, beschreibt in unserem Gespräch auf SACD 3 den bemerkenswerten Kontrast zwischen Beckers Musik und seiner äußeren Art und Erscheinung: Höflich, korrekt, mit guten Umgangsformen und wechselnden Bart­moden, in feine Tuche gekleidet... die Musik hingegen war voller Attacke, Aggression, Geräuschanteile; er überschritt gerne die Grenzen der Instrumentalmöglichkeiten.

Günther Becker liebte Nonsens-Sätze ebenso wie griechische Tanzmusik, Klavier solo nicht weniger als multimediale Spektakel, Pragmatisches, genaues Arbeiten ebenso wie das Mysterium, das Geheimnis an sich.
Und er liebte Griechenland. Dort lebte er von 1956 bis 1968 in Athen, zusammen mit seiner Frau Ruth Becker, die in unserem Gespräch auf SACD 2 sehr farbenreich über diese Zeit spricht. Darüber hinaus erzählt sie aus dem gemeinsamen Leben – von der ersten Begegnung bis zu den letzten Stunden – und beleuchtet wichtige Stationen im Leben und Schaffen von Günther Becker sowie politische wie gesellschaftliche Aspekte, welche die jeweiligen Lebensabschnitte begleiten und beeinflussen.

Mit der Gesamteinspielung des Klavierwerks von Günther Becker (1. April 1924 – 24. Januar 2007) auf SACD 1 widmet sich der Pianist Benjamin Kobler einem Schaffenszweig im weitverzweigten kompositorischen Oeuvre des Komponisten, dem bislang nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Becker hat sich ja vor allem als Komponist von ingeniösen Orchester- und Kam­mermusikwerken sowie elektroakustischer Musik einen Namen in der zeitgenössischen Musik der Nachkriegszeit ge­macht. Viele seiner kammermusikalischen Werke wurden in Darmstadt uraufgeführt, sein Orchesterstück stabil – instabil (1965), das als „Durchbruchswerk“ gilt, war 1968 bundesrepublikanischer Beitrag zum Weltmusikfest der IGNM in Warschau, und sein beachtlicher Beitrag zur elektronischen Musik verhalf ihm letztlich zu einer Professur für Komposition und Live-Elektronik am Düsseldorfer Robert Schumann Institut.

Beckers Kollege und Freund Oskar Gottlieb Blarr liest zum Schluss der 3SACD-Edition seinen Geburtstagsbrief für Günther Becker von 1994.