Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter

Claudia Barainsky, David Pittman-Jennings, Michael Rotschopf, Lutz Lansemann, Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn, Slowakischer Philharmonischer Chor, EuropaChorAkademie, Eric Vloeimans Quintet, Holland Symfonia, João Rafael, Bernhard Kontarsky

Erschienen: 2008

Katalog-Nummer: Cybele SACD 860501

Hybrid-SACD Stereo+5.0ch Surround Sound USB-Stick
5CH

Kurzbeschreibung

„Lingual“ für Sprecher, Sopran- und Bass-Solo, drei Chöre, Orchester, Jazz-Combo, Orgel und elektronische Klänge. In seinem späten Hauptwerk zieht Zimmermann (1918-1970) die Summe der eigenen Biografie, aber auch der geistigen Situation seiner Zeit.

Beschreibung

Requiem für einen jungen Dichter (1967/69)
Im Requiem für einen jungen Dichter, dem Lingual für Sprecher, Sopran- und Baß-Solo, drei Chöre, Orchester, Jazz-Combo, Orgel und elektronische Klänge, nach Texten verschiedener Dichter, Berichte und Reportagen, dem späten Hauptwerk von Bernd Alois Zimmermann (1918-1970), zieht Zimmermann, einer der größten deutschen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Summe: die Summe der eigenen Biografie, die Summe aber auch der geistigen Situation seiner (Lebens-)Zeit, der rund fünfzig Jahre zwischen der Oktoberrevolution und dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei.
Das in der Hauptsache zwischen 1967 und 1969 entstandene "Requiem für einen jungen Dichter" ist die umfassende Verwirklichung des großen Oratorienprojektes, das Zimmermann seit der Mitte der fünfziger Jahre beschäftigte, und zugleich die intensivste Einlösung des vom Komponisten so genannten "pluralistischen" Musikdenkens.
Bei seiner Uraufführung gab es kein Werk, das dem "Requiem für einen jungen Dichter” an die Seite zu stellen gewesen wäre. Heute, da wir mit mannigfaltigen Grenzüberschreitungen auf dem Gebiet der akustischen Kunst vertraut sind, die sich um Gattungszuweisungen wie "Oratorium", "Kantate" oder "Hörspiel" nicht mehr scheren, wird auch die Aussage des Zimmermannschen ‚Linguals' vertrauter.
In einem Einführungstext, den Bernd Alois Zimmermann anlässlich der Uraufführung seines Requiems für einen jungen Dichter schrieb, betont der Komponist, er habe bei der Ausführung des Werkes nicht an eine konkrete Künstlerpersönlichkeit gedacht, sondern gewissermassen an den jungen Dichter schlechthin, wie wir ihn uns für den Zeitraum der vergangenen fünfzig Jahre vorstellen können, in seinen vielfältigen Beziehungen zu dem, was seine geistige, geschichtliche und sprachliche Situation bestimmt - und damit die unsrige, die europäische von 1920-1970 meint.
Die Entscheidung, dem Requiem den Zeitraum seines eigenen Lebens zu unterlegen, hat Zimmermann erst zu einem relativ späten Zeitpunkt und nach verschiedenen Phasen der Werkkonzeption getroffen. Obwohl der Komponist die Entstehungszeit mit den Jahren 1967 bis 1969 angibt, gehört das Requiem für einen jungen Dichter in den Kontext eines weiter gefassten Themenkreises, der Zimmermann etwa fünfzehn Jahre beschäftigte und der bis zum Requiem und darüber hinaus Ausdruck in einer ganzen Reihe von Werken fand.
Bei dieser SACD-Aufnahme wurde die von Zimmermann in seiner Partitur empfohlene räumliche Verteilung der ca. 250 Mitwirkenden gewählt, so wurden beispielsweise die drei Chöre vorne (Chor I), links bzw. rechts (Chor III) und hinten (Chor 2) im Konzertsaal aufgestellt. Das 8-kanalige, von Zimmermann 1969 erstellte Zuspielband wurde aufwendig restauriert, so dass man die Tondokumente von Papandreou, Hitler, Ribbentrop und allen anderen wieder richtig verstehen kann. Die acht Tonbandkanäle wurden im vorliegenden SACD-Mitschnitt des Konzerts vom 23. Juni 2005 im Concertgebouw Haarlem (Niederlande) - wie von Zimmermann vorgesehen - über acht gleichmäßig im Raum verteilt aufgestellte Lautsprecher wiedergegeben. Diese SACD ist die weltweit erste veröffentlichte Surroundaufnahme des Zimmermann-Requiems. Besitzer einer Heimkino-Anlage mit Surround Sound können das Requiem somit auch außerhalb des Konzerts so genießen, wie es von Zimmermann ursprünglich räumlich konzipiert bzw. komponiert wurde.

Details

Lingual für Sprecher, Sopran- und Baß-Solo, drei Chöre, Orchester, Jazz-Combo, Orgel und elektronische Klänge, nach Texten verschiedener Dichter, Berichte und Reportagen


Claudia Barainsky (Sopran) - David Pittman-Jennings (Bariton) - Michael Rotschopf (Sprecher I) - Lutz Lansemann (Sprecher II) - Tschechischer Philharmonischer Chor Brno (Chor I) - Slowakischer Philharmonischer Chor (Chor II) - EuropaChorAkademie (Chor III) - Eric Vloeimans Quintet (Jazz-Quintett) - Jan Hage (Orgel) - Holland Symfonia (Orchester) - João Rafael (Klangregie)


Bernhard Kontarsky (Musikalische Leitung)


Toningenieure: Willem van de Berg, Jacob Boogaard


Surround-Mischung: Bernhard Kontarsky, Joao Rafael und Ingo Schmidt-Lucas


Surround Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (76 Seiten Umfang mit Digipak)


Eine Ko-Produktion mit der Internationalen Koorbiennale Haarlem und KRO Radio 4


Gefördert von der Kunststiftung NRW

Biografien

Bernd Alois Zimmermann
wurde am 20. März 1918 in Bliesheim bei Köln geboren. Ab 1929 besucht er das Internat Kloster Steinfeld, dort erste systematische Auseinandersetzung mit Musik. Als 1936 die Privatschulen in Deutschland von den Nationalsozialisten geschlossen werden, wechselt er auf ein staatliches katholisches Gymnasium in Köln, wo er 1937 das Abitur ablegt.
Im Wintersemester 1938/39 beginnt er ein Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik Köln bei Heinrich Lemacher, ab 1943 belegte er innerhalb dieses Studiums das Wahlfach Komposition. 1940 erfolgt die Einberufung zur Wehrmacht, im September 1941 Kampfstoffvergiftung in Russland und im im Herbst 1942 Entlassung aus der Wehrmacht wegen der daraus resultierenden, schweren Hautkrankheit. Danach Wiederaufnahme des Studiums, dessen Abschluss sich durch Kriegsende und Nachkriegswirren bis 1947 verzögert. Nach 1946 ist Zimmermann als freischaffender Komponist tätig, überwiegend für den Rundfunk. Ab 1949 Teilnahme an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, unter anderem bei René Leibowitz und Wolfgang Fortner. 1950 Heirat. 1957 Stipendiat der Villa Massimo in Rom und Übernahme einer Professur für Komposition sowie Film- und Rundfunkmusik an der Kölner Musikhochschule. In den 1960er Jahren verstärkte Aufmerksamkeit und Erfolg als Komponist. Mehrere namhafte Preise – 1963 zweiter Villa Massimo Aufenthalt, 1965 Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste – insbesondere nach der Uraufführung seiner Oper ‚Die Soldaten’ im Jahre 1965, die in den Jahren zuvor, nicht zuletzt wegen ihrer enormen personellen und musikalischen Anforderungen, von der Kölner Oper als "unspielbar" abgelehnt wurde. Nach Abschluss seiner Requiemkomposition im Jahre 1969 psychischer Zusammenbruch, daraufhin monatelange stationäre Behandlung in der Kölner Universitätsklinik, hinzu kommt ein sich schnell verschlimmerndes Augenleiden. Am 10. August 1970 nimmt sich Zimmermann das Leben.
Sein Werk umfasst Kompositionen für Orchester (u.a. Orchesterwerke, Ballettmusik und Solokonzerte), seine Oper ‚Die Soldaten’ und andere Vokalwerke, Kammermusik, Sololiteratur sowie elektronische Musik. Die Premiere seiner Oper ‚Die Soldaten’, komponiert 1958 bis 1965 nach dem Prinzip der "pluralistischen Klangkomposition", im Februar 1965 in Köln war ein sensationeller Erfolg. Ein weiteres großes Werk ist sein "Requiem für einen jungen Dichter", welches 1969 durch den WDR in Düsseldorf uraufgeführt wurde; Zimmermann konnte die Uraufführung aufgrund seiner psychischen Krankheit nicht miterleben. Obwohl die Anzahl seiner Kompositionen überschaubar ist, hat sich Zimmermann mit seinem Schaffen eine Schlüsselposition in der Geschichte der deutschen Nachkriegsmusik gesichert. Er absorbierte nicht nur die serielle Musik und die Strenge der Darmstädter Avantgarde, sondern kombinierte diese Einflüsse auch in einzigartiger Weise mit Jazz-Elementen und Zitaten historischer Komponisten.

Auszeichnungen

MIDEM Classical Awards 2010 (Kategorie Recording of the Year Award)


MIDEM Classical Awards 2010 (Kategorie Chorwerke)


Preis der deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 1/2009, Kategorie Chormusik)


Gramophone Magazine - 250 Greatest Recordings of all Time (Ausgabe 6/2010)


www.resmusica.com - ResMusica Key Of The Year Award (3. Dezember 2009)


International Record Review - IRR Outstanding Award (Ausgabe 5/2009)


Pizzicato - Excellentia Award (Ausgabe November 2009):
..."Somit wird diese Produktion von Cybele zu einem einzigartigen Testament, dank auch des SACD Verfahrens, wodurch das 'In der Mitte Sitzen' des von Klängen, Tönen, Gebrüll, Worten, Geräuschen umgebenen Publikums eindrucksvoll widergespiegelt wird."... (GW)


DIAPASON - 5 Diapason of the Month Award (Ausgabe 1/2009):
...«La question de la qualité et de la fidelité de l'interpretation ne se pose pas avec Bernhard Kontarsky...Les voix solistes sont remarquables d'aisance.»... (Gérard Condé)


Süddeutsche Zeitung - SZ-Kritikerliste 2008 Beste Platte


www.klassik.com - Empfohlen von www.klassik.com (29. November 2008):
..."eine der wichtigsten Veröffentlichungen der vergangenen Jahre überhaupt"... (Dr. Stefan Drees) (-> weiterlesen)


www.resmusica.com - ResMusica La Clef Award (13. Juli 2009):
..."Saluons l'éditeur Cybele pour une telle entreprise risquée et audacieuse en période de crise du disque, d'autant que le livret d'accompagnement est d'une qualité exceptionnelle"... (Maxime Kaprielian) (-> weiterlesen)


stereoplay - Audiophile SACD des Monats (Ausgabe 4/2009):
..."Kontarsky verleiht den Ton-Sätzen glühende Intensität, spannt die Extreme von unerbittlicher Härte bis zu kontemplativer Vergeistigung... [Eine] Abenteuerreise durch die Real-Polyphonie des vokal-instrumentalen Riesenaufgebots.“ (Martin Mezger)


Muzyka21 - CD des Monats (Ausgabe Juni 2009):
..."sehr empfehlenswert für Liebhaber"... (Dariusz Mazurowski)


Opusklassiek - CD des Monats (Ausgabe Dezember 2008)


TROUW - TOP10 des Jahres (20. Dezember 2008):
..."Gewählt zur 'TOP 10' des Jahres 2008... een belangwekkende opname." (Anthony Fiumara)

Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter
FLAC 16bit 44.1kHz Stereo
USB-Stick SACD
FLAC 24bit 96kHz Stereo
DSD 1bit 2.8224MHz Stereo
FLAC 24bit 96kHz 5.0 Surround
DSD 1bit 2.8224MHz 5.0 Surround

Datenträger (CD, SACD, USB-Stick oder DVD)

Medium Information Preis
SACD Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter (Hybrid-SACD Stereo+5.0ch Surround Sound)
EAN/UPC-Barcode: 809548010720
19,90 €
USB-STICK Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter (USB-Stick)
18,90 €

Hörproben und Track-Downloads

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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Prolog, Requiem I
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
39:43
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2) Rappresentazione
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
5:09
1,99 €
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3) Elegia
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
1:44
0,99 €
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4) Tratto
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
1:08
0,69 €
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5) Lamento
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
6:48
2,99 €
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6) Dona nobis pacem
Komponist: Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)
Interpret(en): Barainsky, Pittman-Jennings, Rotschopf, Lansemann, Holland Symfonia, Rafael, Bernhard Kontarsky
8:35
2,99 €
Gesamtspielzeit  63:07  
Bernd Alois Zimmermann: Requiem für einen jungen Dichter [Cybele SACD 860501 - Komplettes Album, FLAC 16bit 44.1kHz Stereo] (273.94MB)
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15,90 €

FLAC 24bit 96kHz Stereo (1,274.16MB)
17,90 €

DSD 1bit 2.8224MHz Stereo (2,550.81MB)
18,90 €

FLAC 24bit 96kHz 5.0 Surround (3,086.54MB)
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DSD 1bit 2.8224MHz 5.0 Surround (6,377.02MB)
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