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Today, these works are considered pillars of our cultural
history. No matter how controversial, misunderstood or odd those works
of art were at the time, they give us a glance at our time. These days,
modern music, art and literature also have a difficult time being accepted
by a wide audience, despite the fact that, without a doubt, it should
be.
Here we highlight the Activities of CYBELE RECORDS:
We discover new music and literature and make the so-called niche repertoire
more easily available to the public.
We rediscover classics and dust them off through fresh interpretations
of the highest artistic and technical level.
We discover fascinating composers and authors – some forgotten,
some not yet known. In the process, unusual première recordings
emerge.
We work with the latest technology and rediscover the qualities of old
technologies.
CYBELE – The Label That Delights in Making Discoveries
In 2004, CYBELE, the innovative label for contemporary
and classical music as well as literature, celebrates its tenth anniversary.
Since 1994, we have released over 100 productions, which are distributed worldwide.
CYBELE has made it its task to promote the classics
of the future, through both the high profile of the repertoire and recording
techniques. Thus, for CYBELE, the innovative and first-class
Super Audio CD format (SACD) plays a decisive role: the unique surround
sound technology enables a listener to hear previously unknown sound dimensions
and to have a completely modern audio experience, one on a new level of
enjoyment. Since 2004, we have worked exclusively with this SACD format.
CYBELE – Our Specialties
- Contemporary Music
As “the label that delights in making discoveries” (Der Spiegel),
we work with numerous composers and musicians in the field of contemporary
music. Presenting their works to a wider audience and raising awareness
of the music of our time are some of our principal goals here at CYBELE .
Finally, the cornerstones for a bright musical future have been put in
place.
- Classical Music
When dealing with works that are now called classics, we must be sure
that they do not become future dust-collectors by presenting them in new
interpretations and with the most worthwhile, sharpest recording technology
available. Since the beginning, we have made it a priority to let these
classic works resound anew, thanks to brilliant musicians and “recording
technology at the highest level” (FonoForum).
– Audio Books - Surround Sound Theatre for the Ears
On the occasion of CYBELE’s 10th anniversary in 2004, we
founded an audio book series. All CYBELE audio books
are also released in the new Super Audio CD format (SACD). On an SACD,
even the most minute, quiet sound nuances and expressive possibilities,
as well as music and one’s speaking voice, are reproduced in a manner
faithful to all of their attributes. The invisible movie, a film for the
ears alone, may finally unfold, like hearing the performance live...
In this series, CYBELE uses its strengths as a music label to
offer aficionados of spoken literature listening experiences, which through
specially recorded or composed music, enable a completely new level of
fascination.
The focal point of our audio book series is literature whose themes already
touch upon musical elements. Moreover, collaborations between modern writers
and composers are currently in preparation and thus, new stories and compositions
will soon emerge especially for this series.
Reviews about Cybele Records
FonoForum, issue 4/2010:
Das Entdeckerlabel - „Mit dem ‚Requiem für einen jungen Dichter’ gewann das Label Cybele beim MIDEM Classical Award den Preis für die Aufnahme des Jahres – ein verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 15 jährigen Jubiläum 2009. Bjorn Woll sprach mit den Machern Ingo und Mirjam Schmidt-Lucas.
Es gibt so viele Dinge bei Neuer Musik zu entdecken’, sagt Ingo Schmidt-Lucas, Gründer des Labels Cybele. Und der Begriff ‘Neue Musik’ beschränkt sich dabei keinesfalls auf die Merke zeitgenössischer Komponisten: ‘Selbst eine Schubert Sonate kann Neue Musik sein, wenn man sie zum Beispiel auf einem originalen historischen Streicherflügel von 1848 einspielt. Dann hört man nämlich, dass der Flügel verschiedene Lagen hat und dass Schubert das für und mit diesem Instrument komponiert hat. Mit dieser Hörerfahrung wird aus dem bekannten Stück Neue Musik.’
Bei der Namensgebung stand Cybele Patin, die Göttin der Natur und der Fruchtbarkeit. Über Phrygien kam sie nach Griechenland, so erzählt es die Mythologie, und stand damit für die in Mode kommende phrygische Tonart. Und schon damals gab es Moralisten, denen diese ‘neue’ Musik ein Dorn im Auge war und als ‘Tonart der wilden Leidenschaft und Ekstase’ verurteilt wurde. ‘Sie hat Furore gemacht mit damals neuer Musik und hat damit die Leute aufgewühlt und auch ein wenig erschreckt’, bringt Mirjam Schmidt-Lucas die Sache auf den Punkt. So in etwa könnte auch die Labelphilosophie von Cybele lauten: Furore machen mit Neuer Musik. Und dazu gehört für Ingo Schmidt-Lucas unbedingt die Abenteuerbereitschaft, ‘neue Wege zu suchen und auch zu gehen’.
Ein neuer Weg ist zum Beispiel die Reihe Künstler im Gespräch. Hier soll Neue Musik vor allem über die Person des Komponisten vermittelt werden, wie in der ersten Folge der Reihe ‘Karl Amadeus Hartmann und das Streichquartett’ mit historischen und neuen Sprachaufnahmen der Familie Hartmann, darunter etwa ein Gespräch von Ulrich Dibelius mit Elisabeth Hartmann, der Frau des Tonschöpfers. Der Vorteil dieses Konzepts liegt für Ingo Schmidt-Lucas auf der Hand: ‘Leute, die mit seiner Musik nicht viel anfangen können, sehen diese aus einer ganz anderen Perspektive, wenn sie ihn plötzlich als Menschen kennen lernen.’ Nachdem die erste Folge gleich mit einer Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde, folgt nun unter dem Titel ‘Hans Erich Apostel und das Streichquartett’ die nächste Produktion der Reihe, die ganz dem fast vergessenen Schönberg-Schüler gewidmet ist.
Schon etwas länger Bestandteil des Programms ist die Hörbuchreihe, die zum 10-jährigen Firmenjubiläum 2004 ins Leben gerufen wurde. Im Mittelpunkt steht hierbei Literatur, die unmittelbare musikalische Bezüge aufweist. Selbstredend, dass die Musik speziell für die Hörbücher produziert und aufgenommen wird - wie alle Cybele Aufnahmen übrigens auf SACD. Den größten Raum nehmen aber nach wie vor die reinen Musikaufnahmen ein, in der das ‘Requiem für einen jungen Dichter’ von Bernd Alois Zimmermann die bisher aufwendigste Produktion ist und beim MIDEM Classical Award nicht nur den Preis in der Kategorie ‘Beste Choraufnahme’ gewinnen konnte, sondern auch als 'Aufnahme des Jahres' ausgezeichnet wurde. Doch egal ob Neue Musik oder Alte Musik neu gehört: Auf eines muss man bei Cybele immer gefasst sein, auf Überraschungen.“
(Bjorn Woll)
Triangel Magazine, issue 2/2010:
„Auch Musikliebhabern dürfte sie kaum bekannt sein: Cybele, die Große Göttermutter, deren Feste mit unerhörter, neuartiger Musik gefeiert wurden. Cybele, so heißt auch ein CD-Label aus Düsseldorf, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, Neues, Wiederentdecktes, kurz: Unerhörtes zu veröffentlichen und auf diese Weise verfügbar zu machen, auf dass es endlich gehört und der Hörer damit vertraut werde. Programm ist auch der Untertitel des Cybele-Records-Labels: Klassik der Zukunft verheißt man – und verweist damit auf die Tatsache, dass alle Musik, die heute landauf und landab gespielt wird, einmal neu war.
1994 gründete der Tontechnik Absolvent der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf Ingo Schmidt-Lucas seine Firma, die er heute mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Mirjam Wiesemann leitet. Die ersten Veröffentlichungen waren auf herkömmlichen CDs, zeigten aber schon eine besondere tontechnische Meisterschaft. Bald interessierte sich Schmidt-Lucas für die neue Technik der Super Audio CDs, die seit rund 10 Jahren auf dem Markt ist. Bei den SACDs ist die Musik - ähnlich wie auf einer DVD - in fünf Kanälen gespeichert, aber nach einem anderen Verfahren digitalisiert, sodass man den vollen Genuss nur auf speziellen Abspielgeräten erfährt. Cybele und viele andere Hersteller produzieren allerdings sogenannte Hybrid SACDs, die auch auf normalen CD-Playern abzuspielen sind. Seit 2004 ist Cybele vollständig auf diese Technik umgestiegen und erzielt beste Resultate, die sich in einer Fülle von Auszeichnungen widerspiegeln. So ist z. B. das Hörbuch Die Prinzessin und Afrika – Kindergeschichten geschrieben und gesprochen von Arnold Schönberg ... im vergangenen Jahr nicht nur mit dem LEOPOLD ausgezeichnet worden, einem Preis, der vom Verband deutscher Musikschulen (VdM) für Gute Musik für Kinder verliehen wird, sondern auch mit dem Echo Klassik-Preis, bei dem die Konkurrenz von den großen CD-Labels schier unüberschaubar ist. Wir gratulieren!
Hörbücher sind ein Standbein von Cybele, das von Mirjam Wiesemann betreut wird, die selbst etliche Aufnahmen gesprochen hat. Natürlich gibt es auch traditionelle klassische Musik, hier aber eher Komponisten und Kompositionen, die nicht in den Katalogen anderer vorkommen: Kinderlieder von Carl Reinecke etwa; die CD Deutsche Musik des 18. Jahrhunderts mit dem Blockflötisten Jeremias Schwarzer gehört da schon zum normaleren Repertoire. Orgelmusik wird außerdem groß geschrieben. Auf einer der neuesten SACDs spielt der ehemalige Neanderkirchen-Kantor Martin Schmeding (jetzt Professor in Freiburg) Bachs Goldbergvariationen auf der Orgel – das ist durchaus ungewöhnlich. Schließlich und endlich ist es die Neue Musik, die dem Hause Cybele besonders am Herzen liegt. Da gibt es neben Porträts Düsseldorfer Musiker (etwa der ehemalige stellvertretende Leiter der Clara-Schumann-Musikschule Bernd Wiesemann mit seinem Toy Piano) ein besonderes Projekt mit einer ganzen Reihe von CDs des früheren Düsseldorfer Kompositionsprofessors Günther Becker (1924-2007).
‘Karl Amadeus Hartmann und das Streichquartett”. Mit dieser Veröffentlichung hat Cybele noch eine neue Reihe begründet: Künstler im Gespräch liegt an der Schnittstelle von Neuer Musik und Hörbuch. Auf drei SACDs sind sowohl Kammermusikwerke als auch Interviews zu hören.
Karl Amadeus Hartmann (1905-1963) gehört zu der Generation von Komponisten, deren Schaffen und Bekanntheitsgrad massiv durch das Dritte Reich gestört wurde, war er doch keiner, der mit den Wölfen heulte. Noch heute besteht Nachholbedarf bei der Verbreitung seines Werkes. Sein Name ist zwar geläufig, seine Kompositionen werden aber wenig aufgeführt. Hier setzt die Cybele-Edition Karl Amadeus Hartmann und das Streichquartett an. Neben den beiden Kompositionen für Streichquartett sind Hartmanns Kleines Konzert für Streichquartett und Schlagzeug sowie das Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester zu hören. Das hervorragende niederländische DoelenKwartet entwickelt einen starken Sinn für die Dramaturgie in Hartmanns Kompositionen. Sie klingen übrigens auch heute noch modern, obwohl sie bis zu 80 Jahre alt sind. Einzig das Kammerkonzert bewegt sich in mehr romantischen Bahnen. Soli werden ausgesungen, die Vielschichtigkeit der Partituren wird offen gelegt. Das liegt natürlich nicht zuletzt an der Aufnahme- und Wiedergabetechnik, die für solch vielschichtige Musik wie geschaffen ist und jedes Detail hörbar macht...
Ein Interview, das der Musikautor Ulrich Dibelius 1994 mit der Witwe des Komponisten geführt hat und auf Musik-Kassette mitgeschnitten hat, wurde für die CD nun recht gut technisch aufbereitet. Sie berichtet beispielsweise, dass Hartmann seine Kompositionen in schwerer Zeit sogar vergraben hatte, um sie zu schützen. Außerdem berichtet sie von der Zeit nach 1945, als Hartmann in München die Musica viva-Reihe begründete und leitete. Am aussagekräftigsten ist die etwa halbstündige Rundfunk Aufnahme von 1962, bei der Hartmann über sich selbst spricht: über seinen Werdegang, über einzelne Werke und über Kunst und Politik. Diese Bänder hat Schmidt-Lucas behutsam, aber sehr gelungen restauriert und hier nun zum ersten Mal auf Tonträger veröffentlicht. Eine wichtige Arbeit, die uns ein Kapitel der Musikgeschichte aus der Mitte des 20. Jahrhunderts näher bringt.
‘Der Kopf des Georg Friedrich Händel’. Was geht in diesem Kopf alles vor? Die Erzählung des österreichischen Schriftstellers Gert Jonke (1946-2009) ist eine echte Entdeckung. Jonke forscht den Gedanken Händels während einer Krankheit nach. Er mischt Dichtung und biografische Wahrheit, indem er auf Kompositionen und Lebensstationen Händels verweist und auch eine Prise Musikgeschichte einflickt. An Handlung geschieht nicht viel, aber es ist ergötzlich, dem Gedankenfluss Händels zuzuhören. ‘In Italien wachsen die Geigen fast schon mit den Bäumen unter der Rinde eingebaut aus der Erde.’ Solche Äußerungen kleidet der bekannte Schauspieler Ulrich Tukur in kraftvolle Sprache. Seine eigene musikalische Betätigung im Fach Chanson kommt ihm hier zusätzlich zugute. Unnachahmlich, sein Ruf des Arztes nach ‘Aderlass!’ oder seine Darstellung, wie Händel in England durch unzulängliche Sänger ‘an die Wände seines Jähzorns gedrängt’ wird. Als sogar die Musik in Händels Kopf durcheinandergerät, dürfen wir dies dank der Musiker wie Martin Schmeding (Orgel), Jörg Waschinski (Sopran) und dem Ensemble Concert Royal aus Köln miterleben. Händel stellt aber schnell die Ordnung wieder her – und auch das dürfen wir nachempfinden in einer kurzen, zunächst vorsichtig tastenden, später kraftvollen Orgelerkundung. So illustrieren die kurzen Musikbeispiele prägnant, was im Kopf des Georg Friedrich Händel vor sich geht.“
(Norbert Laufer)
Reviews about the 10th anniversary:
Westdeutsche
Zeitung, December 2, 2004:
"Tympanon, Orgel und ein Hörraum - Jubiläum:
Seit zehn Jahre gibt es das Cybele Label - Der Raum hinter einer schalldichten
Doppeltür ist in mediterranen Tönen gehalten, technisches Equipment ist
in mannshohen Holzkästen und hinter Stoffbahnen verborgen, von der Decke
hängen bewegliche Schaumstoff Rollen. 24 Quadratmeter misst das Tonstudio
des kleinen Labels Cybele. Konzerte werden hier nicht mitgeschnitten,
aber das Rohmaterial von Aufnahmen so bearbeitet, dass es höchsten Höransprüchen
genügt. Postproduktion nennt man das.
Begonnen hat es 1993. Da hatte der Ton und Bildingenieur Student Ingo
Schmidt-Lucas mit dem Düsseldorfer Komponisten Bernd Wiesemann eine CD
mit Musik am Kinderklavier produziert, und als diese in Fachzeitschriften
Bestkritiken erntete, fragte sich der damals 22 Jährige: "Warum eigentlich
kein eigenes Label gründen, wenn ich jetzt schon die gesamte Produktion
allein gemanagt habe?"
Im Jahr darauf nahm er mit dem Musiker Sandro Müller "L'Orgue Mystique",
den Orgelzyklus von Charles Tournemire (1870-1939), auf. Es war der Grundstein
des Labels Cybele. Wie Schmidt-Lucas auf diesen Namen kam? "Ich habe mich
früher mit römischen Münzen beschäftigt. Auf einer der Münzen war Cybele
abgebildet, Göttermutter und Herrin von Natur und Fruchtbarkeit. In der
Hand hält sie ein Tympanon Handpauke; das passte."
Cybele, heißt das nicht alte Musik produzieren? Nein, der "Spiegel" nannte
das Label "entdeckerfreudig". Das liegt nicht allein daran, dass es als
einen Schwerpunkt den Hörern zeitgenössische Komponisten wie Hans Gál,
Rolf Riehm oder Günther Becker nahe bringen möchte und dies auf eine Weise
tut, dass die Musiker ihrerseits, wie etwa Gerd Zacher, Professor an der
Essener Folkwang-Hochschule, die "so günstige, anregende und sachdienlich
konzentrierte Atmosphäre" loben; es liegt auch an der Verwendung innovativer
Technik. Seit 2003 arbeitet Schmidt-Lucas, wie nur wenige Hersteller weltweit,
exklusiv mit dem Format der Super Audio CD.
Bei dieser Technik werden im Aufnahmeraum, einer Kirche etwa oder einem
Konzertsaal, nicht wie herkömmlich zwei, sondern mehr Mikrophone im Raum
verteilt aufgestellt. So wird der Schallweg, den die Musik vom Musizierenden
ausgehend im Raum zurücklegt, an mehreren verschiedenen Stellen aufgefangen.
Dem späteren Hörer ermöglicht dies ein Richtungshören, also ein räumliches
Hörempfinden. Das inspiriert wiederum manchen Komponisten, seine Werke
räumlich zu konzipieren. Hinzu kommt, dass bei der Super Audio CD die
Schallkurven der Musik noch feiner, punktgenauer nachgezeichnet werden.
Der Hörer empfindet den Klang als feiner, emotionaler und authentischer.
Im zehnten Bestehensjahr des Labels fiel der Startschuss für eine neue
Reihe, die Wort und Ton vereint. "Tangogeschichten" heißt die erste dieser
Produktionen. Schmidt-Lucas' Frau, die Schauspielerin Mirjam Wiesemann,
liest vier Texte aus Katrin Dorns gleichnamigem Buch (bei dtv erschienen),
an Bandoneón und Klavier subtil begleitet vom Duo Tango Amoratado. Können
die beiden Düsseldorfer von den Produktionen leben? "Ich arbeite noch
als Sprecherin, Ingo als freier Tonmeister nebenher", sagt Mirjam Wiesemann.
Es ging immer alles parallel, Schmidt-Lucas' Studium, das Label, drei
Kinder hat das Paar. Es wird auch so weitergehen; die Mischung aus engagiertem
Sachinteresse und Herz trägt und überträgt sich." (Elisabeth
Grün)
Rheinische
Post, December 2, 2004:
"Fruchtbare Klänge - Seit zehn Jahren nennt
sich Cybele Records "das entdeckerfreudige Label". Dahinter steht der
Gründer, Ingo Schmidt-Lucas, der mit Lebensgefährtin Mirjam Wiesemann
und Team 80 Musikproduktionen veröffentlicht hat.
Ingo Schmidt-Lucas (...) gründete vor zehn Jahren das "entdeckerfreudige
Label" Cybele. Heute arbeiten er und sein Team mit Super Audio CD Formaten,
um bessere Klangqualität zu erreichen. Das gilt auch für die Hörbücher,
um die sich Mirjam Wiesemann (...) kümmert.
Ein Solo für ein Kinderklavier brachte Ingo Schmidt-Lucas ins Grübeln.
Mit Bekannten nahm der Ton- und Bildingenieur diese Komposition auf eine
CD auf und bekam so gute Kritiken, dass er überlegte, künftig auf eigenen
Beinen zu stehen. Vor sehn Jahren war es soweit: Cybele Records, benannt
nach der Göttin der Natur und Fruchtbarkeit, feierte Premiere mit der
ersten CD, auf der Organist Sandro R. Müller spielt.
Das war der Start einer Erfolgsgeschichte, die über Erkrath und Düsseldorf
bis zum eigenen Aufnahmestudio bei Grevenbroich und bisher m 80 eigenen
Produktionen führte. ,Wir haben gute Kontakte und Partner, die sich auch
im Ausland für las Label engagieren", erzählt Schmidt-Lucas. Zumindest
einmal pro Jahr trifft man sich bei der großen Musikmesse MIDEM in Cannes.
Wie das Programm von Cybele aussieht? "Klassik der Zukunft", erklärt der
32 Jährige kurz und knapp. Was für ihn bedeutet, dass er sowohl Musik
von und mit Nachwuchstalenten produziert, an deren Qualität er glaubt,
als auch altes Kulturgut mit Hilfe neuer Interpreten entstaubt. Die wurden
und werden nicht selten mit der Zeit durch das Repertoire von Cybele bekannter
- wie zum Beispiel Organist Sandro R. Müller.
Zehn bis zwölf Neuproduktionen zum Preis von rund 17 Euro legt das Label
pro Jahr auf, damit der Vertrieb jeden Monat etwas zu bieten hat. "Alle
CDs von 1994 bis heute sind noch zu haben. Man kann erkennen, dass wir
unserem Stil treu geblieben sind und die persönliche Handschrift behalten
haben", sagt Ingo Schmidt-Lucas. Die meisten Aufnahmen inszeniert er an
klanglich wie auch preislich passenden Schauplätzen, etwa in Sälen oder
Kirchenräumen. Im Sinne der Qualität entschieden sich der Cybele Gründer
und sein Team Ende der 90er Jahre für Mehrkanalaufnahmen, und seit 2003
arbeitet das Label nur noch mit so genannten Super Audio CD Formaten (SACD).
"Das ist nicht nur ein Effektformat, sondern auf diese Weise werden auch
die feinen, leisen Töne viel genauer aufgezeichnet als von einer CD."
Und das hört man auch, wenn Ingo Schmidt-Lucas im Studio vor fünf Lautsprechern
eine Klangprobe gibt: Es ist ein durchdringendes Gefühl, man scheint in
die Töne einzutauchen, statt frontal von ihnen beschallt zu werden. Selbst
bei den auf einer SACD vorgelesenen Tangogeschichten verlässt einen dieser
Eindruck nicht. Solche Hörbücher sind ein neuer Zweig des Labels, um den
sich Mirjam Wiesemann, Schauspielerin und Schmidt-Lucas' Lebensgefährtin,
kümmert. "Wir sind weltweit die ersten, die Hörbücher auf diese Weise
produzieren", erzählt sie stolz. "Dadurch wird noch einmal eine andere
künstlerische Ebene erreicht." Einen entsprechenden Super Audio CD Player
gebe es bereits für unter 200 Euro. Aber da die Scheiben zweifach beschichtet
sind, lassen sie sich auch ganz normal abspielen - doch vor dem Lautsprecher
ist man um eine Entdeckung ärmer." (Natascha Plankermann)
Dissonanz,
issue #89, March 2005:
Entdeckerfreude und Innovation
Zum zehnjährigen Bestehen des CD-Labels "Cybele" (Düsseldorf/BRD)
"Als ich vor nunmehr sechs Jahren erstmals
über CYBELE berichtete, hob ich hervor, wie sehr ich das Programm des
deutschen, in Düsseldorf ansässigen Labels, insbesondere aber die dort
erhältlichen Veröffentlichungen zur elektronischen Musik als ansprechend
präsentierte Auffüllung einer empfindlichen audiophilen Lücke empfand.
Die Eindrücke von damals haben sich in der Zwischenzeit gefestigt: Auch
wenn die mitunter erfrischend provozierenden Layouts der frühen Booklets
inzwischen einem einheitlicheren Textdesign, verbunden mit einer aufklappbaren,
buchähnlichen Verpackung gewichen sind: Die Nische, die sich das Label
mit seinem charakteristischen Profil - einer Verknüpfung von aufnahmetechnisch
auf höchstem Niveau angesiedelter klanglicher Umsetzung mit einer unverwechselbar
individuellen Auswahl an Komponisten und Werken - einst erobert hat, hat
sich inzwischen zu einem festen Bestandteil der Klassik-Szene entwickelt.
Hierfür bürgt nicht zuletzt das auf 80 Titel angewachsene Programm mit
zum größten Teil in Eigenregie entstandenen Produktionen.
Bei ihren Veröffentlichungen zur zeitgenössischen
Musik stützen sich die Macher von "Cybele" bei weniger auf die Namen bekannter
Komponisten, wie dies etwa beim österreichischen Label "Kairos" der Fall
ist; stattdessen beschäftigen sie sich mehrheitlich mit Randfiguren, deren
Schaffen eher unbekannt, aber meist nicht weniger interessant ist. So
ist der 1924 geborene Günther Becker im Katalog u.a. mit einer ausführlichen,
ein breites Spektrum seiner Arbeit der sechziger und siebziger Jahre dokumentierenden
Doppel-CD vertreten, und auch Michael Denhoff (* 1955) kommt gleich mehrmals
vor, wobei ich dem gleichfalls auf Doppel-CD veröffentlichten, kompositorisch
ambitionierten Mallarmé-Zyklus op. 75 (1995-97) vor anderen Werken den
Vorzug gebe. (...)
Zu meinen Favoriten gehören ... - neben CDs
wie den Kompositionen für Gitarre von Rolf Riehm (* 1937), einer Produktion
mit Kammermusik des unterschätzen, während des Zweiten Weltkriegs nach
Großbritannien emigrierten Komponisten Hans Gál (1890-1987), einer CD
des Ensembles "gelber klang", die sich dem Kammermusikschaffen von Jens
Joneleit (* 1968) widmet oder einer Gesamteinspielung des Klavierschaffens
von Juan Allende-Blin (* 1928) - noch immer die Veröffentlichungen aus
dem Bereich der elektronischen Musik: Die von ihren künsterischen Ansätzen
her sehr unterschiedlichen Produktionen aus dem Institut für Computer-Musik
und elektronische Medien der Folkwang Hochschule Essen (ICEM), dem Feedback-Studio
Köln oder von der Deutschen Gesellschaft für Elektronische Musik (DEGEM)
zeigen nicht nur, wie hochgradig differenziert das Spektrum elektronischer
Arbeiten ist; sie lassen zugleich wichtige Einblicke in geschichtliche
Entwicklungen und technische Umbrüche zu, denen die elektronische Musik
seit den siebziger Jahren unterworfen war. Daher verdient diese inzwischen
auf zwölf Veröffentlichungen angewachsene Dokumentation ein großes Lob,
auch wenn sie in ihrer Auswahl lediglich einige Schwerpunkte der deutschen
Szene widerspiegelt. Das unverwechselbare Profil des Labels verdankt sich
jedoch nicht nur der Wahl des Repertoires, das sich neben der zeitgenössischen
übrigens auch auf die klassische Musik mit einem besonderen Schwerpunkt
auf unbekannter Musik für Orgel sowie auf eine im Jubiläumsjahr 2004 neu
gegründete Hörbuchreihe erstreckt. Zu ihm gehört in gleichem Maße auch
die innovative Aufnahmetechnik, ohne deren Erwähnung wohl eine Würdigung
von "Cybele" unvollständig wäre. Bereits von den ersten Produktionen an
hat man großen Wert auf ein auch in dynamischen Extrembereichen durchsichtiges
Klangbild gelegt. Seit 2003 werden alle Aufnahmen im Surround-Verfahren
eingespielt, wodurch die Darstellung feinster Klangnuancen eine neue Qualität
erreicht hat. Da die Tonträger durchweg im Hybrid-SACD-Format hergestellt
werden, sind sie sowohl auf SACD-Playern als auch auf herkömmlichen Geräten
abspielbar. Obgleich bislang keine Werke aufgenommen wurden, die die Möglichkeiten
des Raumklanges dezidiert strukturell ausnutzen, hat die Musik durch den
Einsatz des Surround-Verfahrens eine räumliche Tiefe gewonnen, die zu
völlig neuen Hörerlebnissen führt. Mit Spannung darf man also in die Zukunft
blicken und auch darauf hoffen, dass die bei "Cybele" als Standard geltenden
Möglichkeiten der Aufnahmetechnik den Impuls dazu geben, sich kompositorisch
mit entsprechenden räumlichen Klangwirkungen weiter auseinanderzusetzen."
(Dr. Stefan Drees) |